INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER / Konjunkturbericht

Ein Stimmungshoch

Gegenüber dem Jahresbeginn hat sich die Lage in der regionalen Wirtschaft nochmals verbessert. Neben dem boomenden Export sorgt die jetzt spürbar angesprungene Inlandsnachfrage für ein Stimmungshoch. Die Investitionsbereitschaft wächst, und die wirtschaftliche Belebung hat den Arbeitsmarkt zaghaft erreicht. Dies sind die zentralen Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage bei über 420 Unternehmen. Mit der konjunkturellen Aufwärtsentwicklung hat sich die Investitionsneigung der Unternehmen weiter erhöht. Nahezu alle Branchen wurden vom Aufschwung erfasst. Der Anteil der Betriebe, die eine gute Geschäftslage melden, ist von 36 auf 45 Prozent weiter angestiegen. Der Anteil der Betriebe mit schlecht laufenden Geschäften ging dagegen von zwölf Prozent im Vorquartal auf knapp neun Prozent zurück. Rund jedes zweite Unternehmen beurteilt die eigene Geschäftslage mit "befriedigend".
Mehr als die Hälfte aller Unternehmen konnten ihre Umsätze steigern, bei vielfach verbesserter Ertragslage. Und mit 86 Prozent (Vorjahr 77 Prozent) sind die Kapazitäten in den Unternehmen besser ausgelastet. "Mit einem hohen Auftragseingang blickt die regionale Wirtschaft optimistisch in die Geschäftsentwicklung der nächsten zwölf Monate", freut sich IHK-Konjunkturbeauftragter Peter Gring. Der Anteil der Betriebe, die mit einer weiteren Verbesserung rechnen, stieg von 38 Prozent im Vorquartal auf jetzt 40 Prozent. Eine Verschlechterung befürchten aktuell zwölf Prozent der Unternehmen. Trotzdem dürften Konjunkturrisiken wie etwa die Energie-und Rohstoffpreise nicht außer Acht gelassen werden, warnt Gring.
Die konjunkturelle Belebung wirkt sich zaghaft auf den Arbeitsmarkt aus. 21 Prozent der Unternehmen (Vorquartal acht Prozent) gehen derzeit von einer tendenziellen Erhöhung ihrer Belegschaft in den nächsten zwölf Monaten aus.
Die Industrie in Ostwürttemberg ist unverändert das konjunkturelle Zugpferd für die Gesamtwirtschaft. Neben starken Impulsen aus dem Export haben die Inlandsumsätze spürbar zugelegt. Mit Optimismus blickt die Branche in die Zukunft. Sorgen bereiten steigende Kosten und die enttäuschende Entwicklung der politischen Rahmenbedingungen. Beide Tendenzen könnten die anziehenden Inlandsinvestitionen gefährden.
Nach jahrelanger Durststrecke zeichnet sich im regionalen Baugewerbe nun eine Trendwende ab, was das Stimmungsbild prägt. Die wirtschaftliche Entwicklung in den Handelsbranchen verläuft uneinheitlich. Im industrienahen Großhandel erreichen Umsätze und Lagebeurteilungen neue Höchstwerte; und während der Einzelhandel im zweiten Quartal eine leichte Belebung erfuhr, stagnierten im vorgeschalteten konsumnahen Großhandel die Geschäfte. Die Anbieter von Dienstleistungen verzeichnen im zweiten Quartal 2006 erneut eine leicht verbesserte Geschäftslage mit Umsatz- und Ertragszuwächsen. Positiv eingeschätzt wird die weitere Geschäftsentwicklung. Die Investitions- und Beschäftigungspläne tendieren nach oben.
Der ausführliche Konjunkturbericht mit Tabellen und Grafiken kann bei der IHK Ostwürttemberg, Tanja Bocon, (07321)324-151 angefordert werden und steht unter www.ostwuerttemberg.ihk.de/Downloadcenter/Konjunkturberichte zum Download zur Verfügung.
© Wirtschaft Regional 05.08.2006 00:00
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