GEWERKSCHAFT NGG

Für Mindestlohn stark machen

Einstimmig wurden bei der Delegiertenkonferenz der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Uwe Gensmantel von Aqua Römer Göppingen als neuer Vorsitzender und Zvonomir Gojanovic von der Coca-Cola AG Urbach als dessen Stellvertreter gewählt. Notwendig war die Neuwahl, weil das Vorstandsteam Wilhelm Neubrand und Eberhard Immel in Ruhestand gehen.Einen Ausblick auf die zukünftige gewerkschaftliche Arbeit der NGG, gab auf der Konferenz der baden-württembergische NGG-Landesbezirksvorsitzende Uwe Hildebrandt. So will man die Arbeit in der Region Aalen-Göppingen intensivieren. Vielfältig sind die Probleme in den Betrieben. Der ständige Personalabbau stellt für die Betriebsräte und ihre Gewerkschaft NGG, gerade in der Getränkeindustrie, eine ständige Herausforderung dar.
Hier geht man bei Aqua Römer mit einem Beschäftigungssicherungstarifvertrag auch tarifpolitisch neue Wege. Derzeit kämpfen die Beschäftigten der Coca-Cola AG auch in Urbach um den Erhalt von Arbeitsplätzen.
Aber auch dem Kampf um einen Mindestlohn wird große Bedeutung beigemessen. Es dürfe nicht sein, dass Beschäftigte volle Zeit arbeiten und doch finanziell kaum über die Runden kommen. Der gesetzliche Mindestlohn sei deshalb das einzig wirksame Schutzinstrument gegen Lohnarmut, meinte Hildebrandt. Hartz zwinge Arbeitssuchende faktisch, Arbeit um jeden Preis anzunehmen. Hildebrandt wies auch darauf hin, dass die meisten europäischen Länder und auch die USA einen gesetzlichen Mindestlohn von bis zu 8,69 Euro haben. Die NGG werde sich für die Einführung eines Mindestlohns einsetzen, der bei 7,50 Euro beginnt und schrittweise auf neun Euro erhöht wird.
In den erweiterten NGG-Vorstand wurden Gerhard Geiger und Renate Mangold gewählt, Karin Brugger ist Schriftführerin. Der übrige Vorstand bleibt unverändert.
© Wirtschaft Regional 20.04.2006 00:00
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