Handwerker fordern Perspektiven

Pandemie I Ulmer Kammer äußert sich zur Lockdown-Verlängerung – und dringt erneut auf die Auszahlung der Hilfen.

Ulm. Freude über die Perspektive der Friseurbetriebe – aber weiter Sorge um die vom Lockdown betroffenen Handwerksparten, so lautet die Einschätzung der Handwerkskammer Ulm zur erneuten Verlängerung des Lockdowns. „Gleichzeitig ist es sehr bedauerlich, dass das Kosmetikerhandwerk bei den gestrigen Beschlüssen keine Berücksichtigung gefunden hat“, erklärt Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich. Die Verlängerung des Lockdowns belaste sehr viele Handwerksbetriebe anderer Gewerke in zunehmendem Maße und bringe viele von ihnen an ihre Belastungsgrenze.

Im Gebiet der Handwerkskammer Ulm sind mehr als 3000 der insgesamt rund 19 500 Handwerksbetriebe direkt vom Lockdown betroffen. „Wir wollen im regionalen Handwerk möglichst rasch wieder zu einem weniger eingeschränkten Alltag und Geschäftsbetrieb zurückkehren“, sagt Mehlich. Er mahnt zudem die Auszahlung der von Berlin versprochenen Hilfen erneut an. „Die Gelder müssen jetzt zügig fließen, wenn man nicht will, dass Handwerksbetriebe in die Insolvenz getrieben werden. Nur so kann ein größerer und dauerhafter Schaden abgewendet werden.“ Die Kammer fordert zudem, die Verlustverrechnung zusätzlich zu der beschlossenen Erweiterung des steuerlichen Verlustrücktrags auf mehrere Jahre auszuweiten.

© Wirtschaft Regional 11.02.2021 14:53
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