Geld für den Bau von Atomwaffen

Zwei Organisationen listen auf, wer Herstellern Kredite gebe oder sich an ihnen beteilige.
  • Hat die Deutsche Bank Hersteller von Atomwaffen finanziert? Foto: Boris Rössler/dpa
Deutsche Banken gewähren Kredite für Atomwaffenhersteller und hiesige Fondsgesellschaften halten Anteile an solchen Unternehmen. Das besagt eine neue Studie der Organisationen Urgewald und Facing Finance. Anlass für die Studie war der am Freitag in Kraft getretene UN-Vertrag über das Verbot von Atomwaffen.

Der Studie zufolge haben Deutsche Bank, Commerzbank, DZ Bank und BayernLB in den vergangenen drei Jahren Atomwaffenherstellern Kredite eingeräumt. Die Landesbank Baden-Württemberg LBBW, die Investmentfondsgesellschaften Allianz, die Deutsche Bank-Tochter DWS und Deka Investments hätten in etliche von sieben untersuchten Atomwaffenfirmen investiert.

Deutsche Bank, Commerzbank und die andere genannten Institute und Finanzdienstleister weisen den Bericht zurück. Man beteilige sich nicht an Geschäften mit kontroversen Waffen.

Die Nato-Staaten und die Atommächte haben den UN-Vertrag nicht unterzeichnet. In der Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag betont die Bundesregierung, sie halte den Atomwaffensperrvertrag für das bessere und wirksamere Instrument zur Abrüstung. Dieser Vertrag ist 2017 von 122 der 193 Mitgliedsstaaten der UN beschlossen worden und jetzt wirksam, weil ihn 50 Staaten ratifiziert haben.

„Geschäfte umgehend beenden“

„Finanzinstitutionen müssen ihre Geschäftsmodelle an die neue völkerrechtliche Realität anpassen und dementsprechend ihre Finanzbeziehungen zu Atomwaffenherstellern umgehend beenden“, fordert Thomas Küchenmeister, der Vorstand von Facing Finance. Die Organisation ist seit 2013 Mitglied der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN), die 2017 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Der Analyse zufolge schließen nur wenige Geldhäuser in ihren Richtlinien Atomfirmen als Geschäftspartner kategorisch aus. Das gelte allein für Union Investment, die Fondstochter des Volksbankensektors, und den Sparkassendienstleister Deka Bank. otr
© Südwest Presse 23.01.2021 07:45
374 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?