Aus Vohtec wird Element

Übernahme Der Name der Aalener Firma ist Geschichte. Der britische Konzern spricht von einem Meilenstein und kündigt Investitionen an – trotz der spürbaren Auswirkungen der Corona-Krise.
  • Der neue Eigner ist nun auch von außen klar erkennbar. Die traditionsreiche Vohtec wird nun Element Aalen. Foto: Element

Aalen

Vor knapp zwei Jahren hat der britische Konzern Element die Aalener Traditionsfirma Vohtec übernommen. Nun ist der Kauf auch optisch vollzogen. Das Unternehmen firmiert nun am Standort in Aalen unter dem Namen Element Aalen. Auch eine weitere jüngst übernommene Firma namens EMV Testhaus wird in Element Straubing umbenannt. Damit baue man die Präsenz der Marke Element in Deutschland weiter aus, heißt es vonseiten des Unternehmens mit Sitz in London. Am Standort in Aalen sind derzeit 149 Mitarbeiter beschäftigt.

„Ich freue mich über die Umfirmierung dieser beiden strategisch wichtigen Unternehmen in Deutschland“, erklärt Matt Hopkinson, Executive Vice President für Europa, den Nahen Osten, Afrika und Asien bei Element. Mit der vollständigen Integration von EMV Testhaus und Vohtec stärke sein Unternehmen Element seine Position auf dem deutschen Markt. „Beide Standorte unterstützen unser Netzwerk aus spezialisierten Prüflaboren und unsere weltweit etablierte Marke.“

Vohtec ist ein führender Anbieter von Werkstoffprüfungen für die deutsche Automobilindustrie und bietet an den Standorten Aalen, Altbach und Bad Friedrichshall mehr als 30 zerstörungsfreie und zerstörende Prüfverfahren an. Zuletzt gab das Unternehmen die Gesamtzahl der Mitarbeiter mit 360 an. Zum Kundenstamm zählen Unternehmen aus der Region sowie Baden-Württemberg, vor allem aus dem Automobil- und Maschinenbau, der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie der metallverarbeitenden Industrie.

Entsprechend der Kundenstruktur spürte der Standort in Aalen auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. „Viele von unseren Kunden bediente Märkte waren von der Pandemie und der dadurch verursachten Ungewissheit betroffen“, sagt ein Sprecher auf Anfrage dieser Zeitung. Einige Märkte hätten sich jedoch schnell wieder erholt und das Unternehmen sehe eine steigende Nachfrage in diesen Sektor. „Dennoch haben die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie unser Auftragsvolumen getroffen und wir mussten unsere Kostenstrukturen den Umsätzen anpassen“, so der Sprecher. Für den Standort Aalen könne er aber berichten, dass Elements seit vergangenem Monat wieder eine positive Entwicklung beobachte.

Element auf Wachstumskurs

Geht es nach Matt Hopkinson soll das vor der Corona-Krise florierende Geschäft weiter ausgebaut werden. „Dieser Meilenstein beim Ausbau unseres Dienstleistungsangebots in Deutschland ist ein wichtiger Schritt für weitere Investitionen in die Prüfkapazitäten an diesen wichtigen Standorten und unterstreicht unsere ambitionierten Wachstumspläne für die Region“, so der Element-Manager weiter.

Beide Standorte unterstützen unsere Marke.

Matt Hopkinson
Element-Konzern

Auch in Aalen hat das Unternehmen in der Vergangenheit investiert. „Der Standort Aalen hat unter anderem ein neues Pendelschlagwerk für Kerbschlagversuche erhalten. Ebenso wurde in Prüfsoftware investiert, die die digitale Erstellung von Prüfberichten unterstützt“, erläutert der Element-Sprecher. Weitere Investitionen sind in Planung.

Das frühere Führungsduo der Vohtec, Gernot Kolb und Roland Vogt, ist weiter mit dem Unternehmen verbunden, Kolb agiert aktuell als Geschäftsführer der hiesigen Element Materials Technology Aalen GmbH, Vogt nach seinem Weggang im Juni 2019 als Berater.

Die Element Materials Technology Group ist eigenen Angaben zufolge einer der weltweit führenden globalen Anbieter von Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsdienstleistungen für Werkstoffe, Produkte und Technologien in industriellen Lieferketten und beschäftigt mehr als 6000 Mitarbeiter, die an rund 200 Standorten auf fünf Kontinenten tätig sind. In Deutschland betreibt Element 13 Standorte.

Das Unternehmen, das seit 2011 unter Element bekannt ist und zuvor als Stork Materials Technology firmierte, expandiert seit knapp zehn Jahren weltweit, wächst organisch und anorganisch durch zahlreiche Übernahmen. 2017 verdoppelte das Unternehmen die Zahl der Mitarbeiter und Kunden mit einem Schlag durch Übernahme der Exova Group.

In Deutschland sind die Engländer seit 2012 auf Einkaufstour, damals kauften sie das MTT-Werkstofflabor in Herne, 2014 den auf die Luftfahrt spezialisierten Dienstleister GEVA in Berlin. Zwei Jahre später folgen die vier deutschen Standorte der Germanischer Lloyd Prüflabor, 2017 die deutschen Exova-Standorte, 2018 dann Vohtec. Element übernahm 100 Prozent der Anteile; die Mehrheit des Unternehmens hielt seinerzeit die Frankfurter VR Equitypartner mit 74,3 Prozent.

© Wirtschaft Regional 08.10.2020 19:06
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