Kritik an Anspruch auf Homeoffice

Arbeitgeber Markus Kilian, Geschäftsführer von Südwestmetall: Gesetzlicher Zwang ist nicht nötig.

Aalen. Die Metallarbeitgeber in der Region Ostwürttemberg fordern Bundesarbeitsminister Hubertus Heil auf, den Plan eines gesetzlichen Anspruchs auf Homeoffice aufzugeben.

„Die Unternehmen dürfen in der jetzigen Wirtschaftskrise nicht mit noch mehr Bürokratie belastet werden. Zumal es dafür überhaupt keinen Grund gibt. Denn schon heute wird mobiles Arbeiten überall dort eingesetzt, wo es möglich und sinnvoll ist“, erklärte der Geschäftsführer der Bezirksgruppe Ostwürttemberg des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Markus Kilian. „Das belegen die Erfahrungen in der Corona-Krise eindrucksvoll. Rund drei von vier Unternehmen in Deutschland setzen verstärkt auf Homeoffice – und zwar ganz ohne gesetzlichen Zwang und ohne Beschwerden der Arbeitnehmer“, so Kilian in einer Pressemitteilung.

In einer jüngsten Umfrage des Ifo-Instituts gibt gut die Hälfte der befragten Unternehmen an, auch nach Corona verstärkt auf Homeoffice setzen zu wollen. „Viele Betriebe sehen das Angebot von Homeoffice als einen Vorteil im Wettbewerb um die besten Fachkräfte“, sagte Kilian.

„Klar ist aber: Beim Einsatz von Homeoffice müssen stets auch betriebliche Belange eine zentrale Rolle spielen. Deshalb kann es für Arbeitnehmer kein pauschales Anrecht auf Homeoffice geben.“

© Wirtschaft Regional 21.09.2020 18:12
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