Mehr Geld für Dachdecker gefordert

Bauwirtschaft Auch das Dachdeckerhandwerk wächst trotz Corona. Die IG BAU fordert deshalb ein kräftiges Lohnplus.

Stuttgart. Rund 200 Dachdecker gibt es im Ostalbkreis. Und sie sollen bald mehr Geld bekommen, wenn es nach der IG BAU geht. „Die Auftragsbücher im Dachdeckerhandwerk sind voll, die Wartezeiten für Kunden lang. Für die Beschäftigten muss sich die körperlich anstrengende Arbeit auch im Geldbeutel bemerkbar machen“, sagt Mike Paul, Bezirksvorsitzender der IG BAU Stuttgart. Die Gewerkschaft verlangt in der laufenden Tarifrunde ein Lohn-Plus von 4,8 Prozent, 100 Euro monatlich mehr für Auszubildende sowie die Sicherung der Zusatzrente in der jetzigen Höhe.

Die IG BAU verweist auf die gute Konjunktur des Handwerks. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Umsätze in der Dachdeckerei und Bauspenglerei in der ersten, von der Pandemie geprägten Hälfte des Jahres um 6,7 Prozent. Die IG BAU fordert, der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks solle ein „akzeptables Lohn-Angebot“ vorzulegen. Die Zusatzrente dürfe nicht angetastet werden. Die Verhandlungen werden Anfang Oktober in Frankfurt fortgesetzt. Bislang hätten die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt, kritisiert IG-BAU-Verhandlungsführer Carsten Burckhardt: „Geht es nach den Unternehmen, sollen sich die Beschäftigten mit einer Nullrunde begnügen. Das ist eine Unverschämtheit!“

© Wirtschaft Regional 18.09.2020 17:20
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