Handwerk drohen Engpässe

Der Verband ZDH warnt: Viele Betriebe haben kaum Eigenkapital. Einen weiteren Lockdown überleben sie nicht.
Das Handwerk warnt vor finanziellen Engpässen in vielen Betrieben. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer: „Die seit Pandemiebeginn bei fast der Hälfte der Betriebe deutlich verschlechterte Eigenkapitalsituation ist ein Warnzeichen. Dieses Alarmzeichen sollten alle sehr ernst nehmen und wirklich alles tun, um einen erneuten Lockdown zu vermeiden.“ In einer Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks gaben 42 Prozent der Betriebe an, dass sich ihr Eigenkapital seit Beginn der Pandemie verringert habe. Dies treffe überdurchschnittlich für Betriebe im persönlichen Dienstleistungsbereich wie etwa Friseure zu oder beim gewerblichen Bedarf wie im Messebau oder im Catering- und Café-Bereich. Käme es zu einem erneuten Lockdown, wäre die Eigenkapitaldecke bestenfalls löchrig, in den meisten Fällen stünde sie den Betrieben gar nicht mehr zur Verfügung, sagte Wollseifer.

Die Ursache dafür ist laut ZDH, dass oft kein Eigenkapital aufgebaut wird, auf das in Krisenzeiten zurückgegriffen werden kann. Zugleich seien private Reserven seit Beginn der Corona-Pandemie zwischenzeitlich aufgezehrt. 80 Prozent der Unternehmen sehen aktuell aber keine Gefahr der bilanziellen Überschuldung. Diese Gefahr werde aber zeitverlagert ab dem vierten Quartal zunehmen. dpa
© Südwest Presse 16.09.2020 07:45
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