Handytarife nicht rechtens

Luxemburger Richter kritisieren Umgang mit Datenvolumen.
Handytarife, bei denen bestimmte Dienste etwa für Musik-Streaming nicht auf das Datenvolumen des Kunden angerechnet werden, verstoßen nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs gegen EU-Recht. Die Anbieter dürften bestimmte Anwendungen nicht bevorzugt behandeln, die Nutzung der übrigen Dienste nach Verbrauch des Datenvolumens hingegen blockieren oder verlangsamen, befanden die Luxemburger Richter. Dies verstoße gegen den Grundsatz der Netzneutralität, wonach alle Daten im Internet diskriminierungsfrei gleich behandelt werden müssen.

Susanne Blohm von der Verbraucherzentrale Bundesverband erklärte, dass die bekanntesten deutschen Angebote wohl nicht von dem Urteil betroffen seien, weil bei ihnen alle Apps – auch Musik- oder Streaming-Dienste – von der Tempo-Drosselung betroffen seien. dpa
© Südwest Presse 16.09.2020 07:45
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