Kommentar Dieter Keller zum Corona-Einbruch bei den Unternehmen

Besser als erwartet

  • Dieter Keller Foto: SWP
Um diese Entwicklung dürften viele europäischen Länder die Deutschen beneiden: Die Konjunktur ist hierzulande zwar im zweiten Quartal durch die Corona-Pandemie kräftig eingebrochen. Es geht aber schon wieder deutlich aufwärts. In vielen Branchen erkennt das Statistische Bundesamt eine V-förmige Entwicklung: Auf den dramatischen Einbruch folgt die schnelle Erholung. Zumindest in den meisten Branchen. Der Tourismus hat genauso noch zu kämpfen wie die Gastronomie und andere Dienstleister.

Das belegt auch die Analyse der Sparkassen über die Entwicklung der Mittelständler: Sie müssen zwar 2020 deutliche Einbrüche beim Umsatz und insbesondere beim Gewinn verkraften. Das schaffen sie aber, weil sie in guten Jahren vorgesorgt und Überschüsse in erfreulichem Umfang nicht etwa entnommen, sondern das Eigenkapital gestärkt haben. Das sollten sich Kapitalismuskritiker hinter die Ohren schreiben, die Unternehmer gern als raffgierig und wenig vorsorgend darstellen: Solche Fälle mag es geben, aber der Normalfall sind doch die Unternehmer, die nachhaltig und langfristig agieren.

Allerdings gibt es leider keine Garantie, dass die Entwicklung tatsächlich so positiv ausfällt. Wir sind stark vom Export abhängig und damit von der Konjunktur in anderen Ländern. Zuversicht ist gut, Euphorie dagegen wäre übertrieben.
© Südwest Presse 16.09.2020 07:45
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