Burgerbrater ist gerettet

Systemgastronomie Der insolvente Betreiber von sechs Burger-King-Filialen kann weiter machen. Wer die Ellwanger Firma gerettet hat und was mit den 140 Jobs passiert.
  • Die Ellwanger Toma Gastro, die sechs Burger-King-Filialen betreibt, ist gerettet. Symbolbild: Pixabay

Ellwangen

Die Corona-Krise hatte bereits im März der Ellwanger Toma Gastro heftig zugesetzt. Der Umsatz des Burger-King-Betreibers war um bis zu 50 Prozent eingebrochen. Der Grund: Die Restaurants des Unternehmens entlang der Autobahnen A3, A6 und A9 sowie an der Bundesstraße B85 waren über viele Wochen geschlossen, nur die Autoschalter waren geöffnet. Die Folge: ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Nun ist das Unternehmen gerettet und agiert wieder selbstständig, wie der zuständige Sachwalter Markus Winkler von der Stuttgarter Kanzlei Winkler Gossak mitteilt.

Neuer Eigentümer ist eine Gesellschaft des bisherigen Geschäftsführers Tobias Wolf. Alle sechs Filialen und damit rund 140 Arbeitsplätze bleiben erhalten, heißt es. Zudem sei der Umsatz wieder auf das Niveau von vor der Corona-Krise gesteigert worden. „Ich freue mich, dass wir eine auskömmliche Lösung für das Unternehmen und seine Mitarbeiter finden konnten. Wir sind nun gut positioniert und schauen wieder optimistisch in die Zukunft. Der Umsatzzuwachs in den vergangenen Wochen zeigt aufs Neue, wie viel Potenzial in unserer Marke Burger King und in den Standorten liegen“, sagt Wolf.

Aufgrund fehlender Liquidität musste die Toma Gastro GmbH am 30. März 2020 beim Amtsgericht Aalen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragen, am 1. Juni 2020 wurde das Verfahren eröffnet. Bei dieser Sanierungsform wird die bisherige Geschäftsführung von entsprechenden Spezialisten begleitet, neben Rechtsanwalt Winkler waren das Tobias Humpf, Fachanwalt für Insolvenzrecht, Wirtschaftsjuristin Tina Kade, beide von der Kanzlei Baumann + Partner, sowie Berthold Alleweldt und Peter Hamela von Rial Consulting.

Wir sind nun gut positioniert.

Tobias Wolf
Geschäftsführer Toma Gastro

Sachwalter Winkler lobt den alten und neuen Geschäftsführer: „Die Ausgangslage sowie die durch den Geschäftsführer Tobias Wolf geplanten Sanierungsmaßnahmen waren prädestiniert für ein Eigenverwaltungsverfahren. Alle Beteiligten haben zugunsten einer stabilen Unternehmensfortführung sowie der Interessen der Gläubiger professionell zusammengearbeitet.“

Das Verfahren selbst lief ebenfalls gut, wie Rechtsanwalt Humpf resümiert: „Wir kamen in dem Verfahren gut voran, auch weil wir inzwischen wieder über ausreichend liquide Mittel verfügten und so die Suche nach einem Investor ohne Zeitdruck vonstattengehen konnte. Zusammen mit Geschäftsführung, Gläubigern und Banken ist es uns gelungen, das Unternehmen nachhaltig neu aufzustellen“, erklärt Rechtsanwalt Humpf.

Toma Gastro ist deshalb weiter in der Systemgastronomie tätig und betreibt im Franchisesystem mit der Marke Burger King sechs Restaurants in Regensburg, Himmelkron (bei Kulmbach), Schlüsselfeld (bei Bamberg), Herrieden (bei Ansbach), Schnaittach (bei Nürnberg) und Amberg.

© Wirtschaft Regional 15.09.2020 12:47
566 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?