Barmer legt Studie zu Schlaf vor

Krankenkasse Leistungsfähigkeit bei jungen Menschen im Beruf und Sport kann eingeschränkt sein.

Schwäbisch Gmünd. Junge Menschen schlafen heute schlechter als vor 15 Jahren. Das geht aus einer Analyse der Barmer-Ersatzkasse hervor. Während Ärztinnen und Ärzte im Jahr 2005 bei 2765 Baden-Württembergern im Alter von 20 bis 24 Jahren eine Schlafstörung diagnostizierten, waren im Jahr 2018 6561 junge Leute betroffen. Das entspricht einer Steigerung um 137 Prozent. Einen Anstieg von 1538 auf 3509 Betroffene (+128 Prozent) gab es bei jungen Baden-Württembergern zwischen dem 15. und 19. Lebensjahr. „Dabei wird nicht nur die Leistungsfähigkeit im Beruf und beim Sport eingeschränkt, sondern sie können auch erste Hinweise auf psychische Erkrankungen sein“, sagt Winfried Plötze, Landesgeschäftsführer der Barmer in Baden-Württemberg. Daher sollten Schlafstörungen beim Arztbesuch angesprochen werden. „Viele Patienten erhalten Medikamente. Dabei sollte die Arzneimitteltherapie die Ultima Ratio sein“, bemängelt der Psychologe und Projektleiter von „Get Sleep“, Prof. Kai Spiegelhalder von der Uniklinik Freiburg. Dabei könne den meisten vergleichsweise einfach geholfen werden. Um die Versorgung von Menschen mit chronischen Schlafstörungen zu verbessern, haben die Uniklinik Freiburg, das „Get on Institut“, die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin und die Barmer das Innovationsfondsprojekt „Get Sleep“ ins Leben gerufen.

© Wirtschaft Regional 04.09.2020 15:30
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