Eine Flüssiglinse aus dem 3D-Drucker

Hochschule Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert 3D-Druck am hochschuleigenen Zentrum für Optische Technologien mit insgesamt 1,2 Millionen Euro.

  • Sebastian Hägele (links) und Prof. Dr. Andreas Heinrich mit einem Aufbau zur Vermessung der optischen Eigenschaften einer 3D-gedruckten Flüssiglinse. Foto: Thomas Klink/Hochschule Aalen

Aalen

Am Zentrum für Optische Technologien (ZOT) der Hochschule Aalen ist der Startschuss für zwei neue Projekte zur additiven Fertigung und Formanpassung optischer Elemente erfolgt. Im Vordergrund steht die Entwicklung neuer, laut Hochschule „möglicherweise bahnbrechender“ Technologien. Ergebnisse der grundlagenorientierten Forschung sollen nachfolgend in unterschiedliche Anwendungen eingehen und gegebenenfalls auch mit Unternehmen der Region bis zur Marktreife weiterentwickelt werden.

Am ZOT wird seit mehr als 15 Jahren mit großem Erfolg zu neuen Fertigungs- und Messverfahren rund um das Thema Optik geforscht. Es sei ein schöner Erfolg für das ZOT und die Hochschule, dass jetzt innerhalb kurzer Zeit gleich zwei Projekte mit einem Gesamtumfang von 1,2 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG gefördert werden.

Projektleiter Professor Dr. Andreas Heinrich freut sich: „Mit der Förderung können wir nun das gesamte Spektrum von den Grundlagen bis hin zur anwendungsorientierten Forschung abdecken.“

Zusammen mit den Professoren Rainer Börret und Harald Riegel wird im Projekt „6DDruck“ eine robotergestützte additive Fertigungsplattform entwickelt. Die aus drei Modulen bestehende Fertigungsplattform soll nachfolgend für unterschiedliche Fragestellungen in Kooperation mit renommierten Forschungseinrichtungen wie dem Leibniz-Institut für Neue Materialien in Saarbrücken, dem Institut für Technische Optik der Uni Stuttgart, der Forschergruppe Photonische Materialien der Universität Paderborn oder dem Institut für Lasertechnologie ILM aus Ulm eingesetzt werden.

Wir forschen an vielversprechenden Zukunftstechnologien.

Prof. Dr. Andreas Heinrich
Projektleiter

Im zweiten Projekt geht es um die individuelle Formanpassung von Mikrolinsen mittels elektrischer Felder. Dabei werden mithilfe eines Ink-Jet-Druckers einzelne Tropfen aus flüssigem Kunststoff in Form gleichmäßig gewölbter Mikrolinsen erzeugt. Anschließend kann diese Form und dadurch auch deren Eigenschaften durch das Anlegen elektrischer Felder gezielt verändert und die neue Form durch Aushärten des Kunststoffs mit UV-Licht konserviert werden.

Potenzial für Unternehmen

Der gesamte Prozess wird mittels Sensoren überwacht. Ziel ist es hier, Modelle zu entwickeln, die beispielsweise zur Vorhersage der optischen Eigenschaften von Mikrolinsen genutzt werden können.

Dem promovierten Physiker Andreas Heinrich liegt dabei auch der Nutzen der Projekte für die Region am Herzen: „Wir forschen an vielversprechenden Zukunftstechnologien mit hohem Potenzial für verschiedene Branchen. Diese wollen wir in unsere etablierten regionalen Netzwerke aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen wie dem Smart-Pro-Netzwerk einbringen. Ebenso möchten wir dadurch attraktiv für neue Kooperationspartner werden“, betont er.

© Wirtschaft Regional 03.09.2020 16:46
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