Kurzarbeit bestimmt den Arbeitsmarkt

Coronakrise Laut Arbeitsagentur haben seit dem Beginn der Pandemie 3347 Betriebe im Ostalbkreis für insgesamt 57 496 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt.
  • Die Agentur für Arbeit in Aalen. Foto: Bernhard Hampp

Aalen

Der Arbeitsmarkt in Ostwürttemberg wird weiterhin deutlich von der Kurzarbeit gestützt. „Ohne dieses bewährte Instrument wäre die Zahl der Entlassungen in Ostwürttemberg deutlich höher,“ sagte Elmar Zillert, Chef der Arbeitsagentur Aalen bei der Vorstellung der Arbeitsmarktzahlen für den August.

Seit Beginn der Pandemie haben insgesamt 4573 Betriebe in der Region Ostwürttemberg eine Anzeige auf Kurzarbeitergeld gestellt. Davon entfielen 3347 auf den Ostalbkreis und 1226 auf den Landkreis Heidenheim. Die Zahl der dadurch voraussichtlich betroffenen Beschäftigten, für die in Ostwürttemberg Kurzarbeit angezeigt wurde, beläuft sich auf 77 104. Im Ostalbkreis sind dies 57 496 Personen, 19 608 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehören zu Betrieben im Landkreis Heidenheim.

Wir begrüßen die Entscheidung, die Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld zu verlängern.

Elmar Zillert
Agentur für Arbeit

„Wir begrüßen die Entscheidung, die Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld zu verlängern, denn Kurzarbeit fördert die Planungssicherheit in den Unternehmen und eröffnet ihnen die Möglichkeit, ihre Fachkräfte auch in schwierigen Zeiten weiter zu beschäftigen“, führt Zillert aus. Wichtig sei, die Zeit, in der kurzgearbeitet wird, für Qualifizierung zu nutzen. In Zeiten des Strukturwandels veränderten sich viele Tätigkeiten und Berufsbilder, die einer beruflichen Anpassung und Weiterqualifizierung der Beschäftigten bedürften: „Derjenige, der die Zeit der Kurzarbeit jetzt nicht nutzt, um seine Kenntnisse an die zukünftigen Anforderungen des Marktes anzupassen, läuft Gefahr, beruflich abgehängt zu werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Agentur für Arbeit Aalen beraten alle Interessierten gerne über die Möglichkeiten der Weiterbildung und deren finanzielle Förderung“, so Elmar Zillert.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat im August leicht zugenommen, so wurde der Agentur für Arbeit und den Jobcentern in Ostwürttemberg im August 592 neue Arbeitsstellen zur Besetzung gemeldet, 73 mehr als im Juli aber bedeutend weniger als um August 2019.

© Wirtschaft Regional 02.09.2020 16:20
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