Spray soll Schulbus vor gefährlichen Viren schützen

Pandemieschutz Fahrzeugausstatter Franz Kiel vertreibt Oberflächenbeschichtung und spendiert sie einer Nördlinger Schule.

  • Das Firmengebäude des Nördlinger Unternehmens Franz Kiel. Foto: ham

Nördlingen

Die Nördlinger Firma Franz Kiel, Hersteller von Sitzen für Busse, Bahnen und Nutzfahrzeuge, vertreibt eine antimikrobielle Beschichtung für Oberflächen, die auch gegen die Ausbreitung des Coronavirus helfen soll. Die Beschichtung wird auf die Oberflächen gesprüht.

Die Produktinnovation trägt den Namen „Airdal by Kiel“. Das Unternehmen stellt sie am kommenden Mittwoch in der Nördlinger Mittelschule vor. Grund für die Ortswahl: Das Unternehmen spendiert der Schule zum Schuljahresstart eine kostenlose Beschichtung in sämtlichen Klassenräumen. Auch ein Schulbus des Nördlinger Reiseunternehmens Schwarzer soll in diesem Zuge entsprechend antimikrobiell behandelt werden.

„Airdal by Kiel ist eine unsichtbare, permanente, selbst-desinfizierende und antimikrobielle Beschichtung“, heißt es auf der Website des Unternehmens: „Sie besteht aus ultra-dünnem amorphem Glas. Die von unabhängigen Prüflaboren ermittelten bakteriziden und viruziden Eigenschaften sind einzigartig und innovativ zugleich.“ Die bakterielle und viruzide Wirkung halte nachweislich mindestens zwölf Monate, so die Firma, die das Produkt an Fahrzeughersteller vertreibt: Diese können es beispielsweise auf Sitze, Armlehnen und Haltegriffe aufbringen.

Jeder Ansatz ist zu begrüßen, der zu einer sicheren Lernumgebung beiträgt.

Fabian Mehring
Landtagsabgeordneter

Der Schutzfilm halte „nicht nur Bakterien, Viren und Co.“ dauerhaft fern, er fungiere auch als Versiegelung der behandelten Oberflächen. Im Vergleich zu gängigen chemischen Desinfektionsmitteln, bei welchen kurz nach der Reinigung eine Neubesiedlung stattfinde, würden auf den so beschichteten Oberflächen die Keime permanent physikalisch zerstört: „Dabei werden die negativ geladenen Zellwände der Keime von der positiv geladenen Beschichtung angezogen und bei Kontakt perforiert.“ Entwickler des Produkts ist die Firma Airdal im schleswig-holsteinischen Ahrensburg.

Neben Vertretern von Stadt, Schule und der beteiligten Firmen nimmt auch Fabian Mehring, Parlamentarischer Geschäftsführer der Freien Wähler im bayerischen Landtag, an dem Termin teil. Er sagt: „Solange weder ein Impfstoff noch Medikamente gegen das Coronavirus vorliegen, schränkt die Pandemie unser Leben weiter massiv ein.“ Dies gelte auch besonders für Schulen und Kindertageseinrichtungen: „Gerade dort ist jeder Ansatz zu begrüßen, der zur Gewährleistung einer sicheren Lernumgebung für unsere Kinder beiträgt. Mittelständische Unternehmen wie die Franz Kiel GmbH und Nördlingens Oberbürgermeister David Wittner leisten dabei wertvolle Pionierarbeit, von der im Erfolgsfall ganz Bayern profitieren könnte.“

© Wirtschaft Regional 31.08.2020 16:19
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