AOK fordert neue Verteilung der Last

Gesundheit Gesetzliche Kassen zahlen auch die Corona-Tests von asymptomatischen Privatpatienten. Das will die AOK ändern.
  • Von links: Hans-Joachim Seuferlein, Anton Modlmayr, Roland Hamm und Martin Kerler. Foto: AOK

Aalen. Der Bezirksrat der AOK Ostwürttemberg informierte sich nicht nur über die Entwicklung bei der Kasse sowie über die aktuelle Gesundheitspolitik – sondern fordert eine stärkere Beteiligung der privaten Krankenversicherung (PKV) an den Lasten der Pandemie.

Die AOK ist damit mit den anderen gesetzlichen Kassen (GKV) auf einer Linie. Sie kritisieren laut AOK-Geschäftsführer Hans-Joachim Seuferlein vor allem, dass die gesetzlich Versicherten und ihre Arbeitgeber bislang den größten Teil der Gesundheitskosten in Folge der Corona-Pandemie stemmen müssten. „Alle Akteure im Gesundheitswesen strengen sich in allerhöchstem Maße an, Versorgung zu leisten und die bestehende gute Struktur für die Zukunft zu sichern. Umso bedauerlicher ist es, dass die privaten Krankenversicherer ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bisher nur teilweise gerecht würden“, so Bezirksratsmitglied Roland Hamm. Als Beispiel führt er die ausgeweiteten Corona-Tests bei asymptomatischen Patienten an, die selbst für Privatversicherte allein vom GKV-Gesundheitsfonds finanziert würden.

Ansonsten laufen die Geschäfte gut bei der AOK. Wie Seuferlein erklärte, hat die AOK Baden-Württemberg trotz Corona die Zielmarke von 4,5 Millionen Mitglieder überschritten. Die AOK Ostwürttemberg versichert rund 174 400 Menschen.

Der paritätisch aus jeweils 13 Arbeitgeber- und Versichertenvertretern zusammengesetzte Bezirksrat bekommt zudem neue Mitglieder. Anton Modlmayr, neuer Personalverantwortlicher der Firma BSH Hausgeräte GmbH, ersetzt Sandra Schönreiter, die das Gremium verlässt. Für den verstorbenen Albert Gräter rückt Kerstin Pätzold in den Bezirksrat.

© Wirtschaft Regional 11.08.2020 16:40
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