Kommentar Thomas Veitinger zum Produktionsstopp der Boeing 747

Das Ende einer Ära

  • Thomas Veitinger Foto: Volkmar Könneke
Dass der Jumbo etwas Besonderes ist, war vor zwei Wochen über der Tasmanischen See zu sehen. Dort flog der Pilot auf dem letzten Flug der letzten 747 von Qantas den Umriss eines Kängurus. Hersteller Boeing meldet nun das Aus für die „Königin der Lüfte“. Nach 2022 wird das Flugzeug mit dem Rumpfbuckel nicht mehr gebaut werden.

Das war vorherzusehen, Airlines setzen auf kleinere, spritsparendere Maschinen, die sich flexibel einsetzen lassen. Das wurde auch dem Airbus A380 zum Verhängnis. Selbst die Produktion neuerer Langstreckenjets wie der Boeing 787 „Dreamliner“ und 777 wird zurückgefahren. Das Flugzeug mit dem Elefantennamen ist unwirtschaftlich. Zwei Triebwerke reichen heute für Fernreisen aus. Die Corona-Folgen dürften dem Jumbo den Rest gegeben haben.

Damit geht nach 51 Jahren eine Ära zu Ende. Der Jumbo machte Fliegen erschwinglich. Reisende werden von der First Class geträumt haben, vor allem wenn sie sich in die Economy Class mit bis zu 540 Passagieren quetschen mussten. In der oberen Etage gab es anfangs eine Bar mit Barkeeper. Fliegen war einmal etwas Besonderes.

Der Jumbo transportierte das Spaceshuttle auf seinem Rücken, flog als Air Force One oder Air Force Two den US-Präsidenten rund um die Welt. Für viele Piloten war es schlicht das schönste Flugzeug der Welt.
© Südwest Presse 30.07.2020 07:45
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