TE eröffnet neue Fabrik in Wört

Neubau Rund 50 Millionen Euro hat der Konzern an seinem Standort investiert – in eine Fabrik, die nicht nur den Konzern in die automobile Zukunft führen soll, sondern die gesamte Region.
  • Der TE-Standort in Wört. Im Hintergrund der bestehende Teil, im Vordergrund die neue, rund 8000 Quadratmeter große Halle für die Fertigung von Kontaktiersystemen. Foto: TE

Wört

Dass viele Versammlungen und Pressekonferenzen in Zeiten der Covid-Pandemie online oder telefonisch abgehalten werden ist inzwischen nicht mehr allzu selten. Doch nun hat der Zulieferkonzern TE Connectivity auf dieses Weise seine neue Fabrik in Wört eröffnet – rein virtuell auf seiner Webseite. Neben Videobotschaften von Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Landrat Klaus Pavel sowie Wörts Bürgermeister Thomas Saur gab es eine virtuelle Tour durch die Erweiterung des bestehenden Werks in Wört – schnell wird klar: Der Neubau hat es in sich.

Denn am nordöstlichen Rand des Ostalbkreises in unmittelbarer Nähe zum Freistaat ist innerhalb von nur zwölf Monaten Bauzeit eine Fabrik entstanden, die nicht nur für den TE-Konzern eminent wichtig ist. „Diese Investition trägt maßgeblich dazu bei, dass die Region im Zukunftsfeld der Batterietechnologie noch stärker wird“, erklärt die Wirtschaftsministerin in ihrer Videobotschaft. Zusammen mit den Investitionen der Varta AG im einigen Kilometer entfernten Ellwangen habe man „die Basis für eine Zellfertigung im Land gelegt“, so die Politikerin weiter. „Die Einweihung ist für den Automobilstandort ein wichtiger Meilenstein – und eine tolle, positive Nachricht, gerade in den aktuellen Zeiten.“

Knapp 50 Millionen Euro hat TE dafür in Wört investiert, in dem rund 8000 Quadratmeter großen Komplex werden Zell-Kontaktiersysteme für die Elektromobilität produziert. „Die Erweiterung ist ein klares Bekenntnis zur nachhaltigen Mobilität“, erläutert Matthias Lechner, Senior Vice President & General Manager Automotive EMEA bei TE. Man arbeite am Standort an den Schlüsseltechnologien der Mobilität von Morgen. Laut Stefan Braun, Senior Manager ZKS in Wört, ist der Neubau „ein Projekt, wie es der TE-Konzern lange nicht gesehen hat“.

Braun und sein Team hatten in den vergangenen Monaten und Jahren die neue Fabrik konzipiert. „Sie ist ein Meilenstein für das Unternehmen“, so Braun weiter. Und TE ist immerhin ein weltweit agierender Konzern mit rund 80 000 Mitarbeitern und einem jährlichen Umsatz von mehr als 13 Milliarden Euro.

Die Einweihung ist ein wichtiger Meilenstein.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Wirtschaftsministerin

Für den zuständigen Werkleiter Lukas Hlava ist der Anbau „eine Herausforderung, die neue Jobs schafft. Wir spielen jetzt eine große und wichtige Rolle in der Elektromobilität.“ Rund 70 Mitarbeiter werden hier die Kontaktiersysteme herstellen, die Fertigung läuft dank Maschinen der Reutlinger Manz AG hochautomatisiert.

Bereits beim Spatenstich hatte TE-Manager Lechner betont, dass erst der hohe Automatisierungsgrad der Fabrik ermögliche, diese an einem Hochlohnstandort wie Deutschland aufzubauen. Auch beim BMW-Konzern bedankte sich Lechner für „das entgegengebrachte Vertrauen“. Die Münchner sind einer der wichtigen Kunden des Zulieferkonzerns.

„Gleichzeitig“, so betont Werkleiter Hlava überdies, „sichert die Investition auch den Standort, der Teil einer großartigen Entwicklung sein wird.“ In Wört und Dinkelsbühl – beide Kommunen sind Heimat des Doppel-Standorts – beschäftigt das Unternehmen mehr als 1800 Menschen. „Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben über die vergangenen Jahre das Vertrauen für diese Investition erarbeitet“, betonte ein freudestrahlender Bürgermeister Thomas Saur. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich in meiner Amtszeit noch mal so ein Highlight erleben darf.“ Der TE-Standort sei „von herausragender Bedeutung für die Kommune, die Raumschaft und den Ostalbkreis“. Dessen Landrat Klaus Pavel gratuliert ebenfalls zu „einem tollen Neubau, der Standort und Zukunft sichert“. Wirtschaft und Lokalpolitik hätten vor allem angesichts der kurzen Bauzeit gut zusammengearbeitet. „Die Firma TE passt hervorragend zu unserer Region der Talente und Patente. Die dynamische Entwicklung des Standorts macht uns auf der Ostalb sehr stolz.“

TE will mit der Investition auch vom grundlegenden Strukturwandel in der Autoindustrie profitieren. Bereits jetzt ist in wohl jedem Auto weltweit ein TE-Teil verbaut, mit dem Wandel zur E-Mobilität sieht Lechner große Chancen. „Wir leisten einen wichtigen Beitrag zu Schlüsseltechnologien wie der Batterietechnik“, erklärt er. TE als Zulieferer sei dafür mitverantwortlich, dass E-Mobilität funktioniere. Lechner sprach in seiner Videobotschaft auch die drei Megatrends Dekarbonisierung, Dematerialisierung und Digitalisierung an. Alle Entwicklungen gewännen auch durch die Auswirkungen der Covid-Pandemie immer schneller an Fahrt. TE will dank der neuen Fabrik im Ostalbkreis davon profitieren.

© Wirtschaft Regional 24.07.2020 15:47
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