BÖRSENPARKETT

Zahlreiche Belastungen

  • Autor Thomas Veitinger Foto: SWP
Wirecard pleite, Lufthansa mit einem Milliarden-Paket des Steuerzahlers gerettet, Bayer macht zur Beilegung des größten Teil der Glyphosat-Streitigkeiten in den USA zehn Milliarden Euro locker. Es war eine Woche, wie sie die Börse selten zuvor erlebt hat. Noch nie in der Geschichte des Dax ist ein Mitgliedsunternehmen binnen einer Woche in die Pleite gerutscht.

Vor nicht einmal zwei Jahren war Wirecard an der Börse 24 Milliarden Euro wert und galt als Star unter den FinTech-Unternehmen. Jetzt sind es nur noch rund 350 Millionen. Noch immer befindet sich Wirecard im freien Fall. Dagegen kann sich die Lufthansa Hoffnungen machen, dass sie am Ende gut und stabil aus der Krise kommen kann, nachdem die Zustimmung zum Rettungspaket noch bis Mittwoch unklar war.

Das alles kommt zu den Dauerbelastungen für die Finanzmärkte hinzu – in erster Linie die Folgen der Corona-Pandemie, die in vielen Ländern nicht einmal eingedämmt ist. Dann ist da der Handelsstreit zwischen China und den USA, die Handelsdifferenzen auch zwischen Europäern und Trump. Das Brexit-Thema ist ungelöst. Frühestens im Herbst 2021 könnte es nach Ansicht von Deka-Bank-Chef-Volkswirt Ulrich Kater wieder aufwärts gehen, in der gesamten EU Mitte 2022. Trotz der anhaltend niedrigen Zinsen bleiben viele Experten vorsichtig. „Zwischenzeitliche Aktienkorrekturen sind weiter einzukalkulieren“, warnt Robert Halver von der Baader Bank. Rolf Obertreis
© Südwest Presse 29.06.2020 07:45
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