Bosch AS kürzt auch in Bietigheim

Autoindustrie Gmünd ist nicht allein: Fast 300 Stellen sollen vom Standort in Bietigheim ins Ausland wandern.

Gmünd/Bietigheim. Der Automobilzulieferer Bosch AS setzt seinen Sparkurs fort. Wie am Mittwochabend bekannt wurde, will der Lenkungshersteller auch am Standort Bietigheim Stellen streichen und ins Ausland verlagern. Bosch AS will dort sowohl die Montage von Steuerungen und Motoren für Elektrolenkungen als auch die Fertigung für die Nachserienversorgung für Elektrolenkungen und Ventile einstellen und an andere europäische Standorte verlagern.

„Notwendig wurde diese Maßnahme aufgrund des Kostendrucks, mit dem das Werk seit Jahren zu kämpfen hat“, heißt es bei Bosch. Zudem habe AS mit einem Umsatzrückgang zu kämpfen. Betroffen von der Verlagerung sind rund 290 Mitarbeiter. Der Entwicklungsbereich mit rund 270 Mitarbeitern soll in Bietigheim bleiben.

Die Arbeitnehmervertreter sind empört. „Bosch nutzt das Thema Corona, um die Personalkosten zu senken“, sagte der dortige Betriebsratschef Vincenzo Basile der „Stuttgarter Zeitung“. Bremen werde geschlossen, Berlin soll verkauft werden. „Was bleibt von Automotive Steering? Der Kahlschlag greift um sich“, so Basile. Auch in Bietigheim wurde ähnlich wie in Gmünd vor einigen Jahren ein Standortsicherungsvertrag geschlossen. In Bietigheim würde dieser bis zum Jahr 2021 gelten. Offenbar ist dieser nun obsolet.

© Wirtschaft Regional 17.06.2020 23:07
780 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?