Mit Modulen gegen die Pandemie

Bauindustrie Der Kampf gegen Corona benötigt nicht nur einen langen Atem, sondern auch: Flächen. Krankenhäuser erweitern diese immer häufiger mit Hilfe der ADK Modulraum.
  • Bis zu 90 Prozent werden die Module von ADK im Werk in Neresheim vorgefertigt. Fotos: ADK Modulraum
  • Eine Intensivstation von ADK Modulraum.
  • Die Module können per Kran installiert werden.

Neresheim

Lange Zeit fristete die Modulbauweise, also der Bau mit bereits vorab fertig gestellten Modulen, ein Nischendasein. Heute ist er dank Schnelligkeit und Flexibilität längst ein äußerst erfolgreicher Teilbereich der Bauindustrie – der in Zeiten der Corona-Pandemie zusätzlich große Nachfrage erfährt. So ist es auch keine Überraschung, dass ADK Modulraum aus Neresheim aktuell über steigende Anfragen aus dem Gesundheitsbereich berichtet. Denn gerade dort werden neue Flächen und Räume im Kampf gegen Corona derzeit dringend benötigt.

So wurde vor einigen Wochen bereits in Berlin die erste von ADK realisierte Corona-Station in Betrieb genommen. Ursprünglich war das Gebäude eigentlich als Kardiologie inklusive Linksherzkathetermessplätzen geplant. „Die als Aufwachraum geplanten Kapazitäten konnten dank vorhandener Anschlüsse schnell als Intensivstation umgenutzt werden“, erklärt ADK-Geschäftsführer Robert Kohler. Das Gebäude in Berlin dient nun also der Aufnahme und Behandlung von Corona-Patienten.

ADK gilt in der Branche als einer der führenden Hersteller modularer Gebäude. Weltweit setzen Firmen und Organisationen aus Gesundheitswesen, Pharmaindustrie, Bildungswesen, klassischem Gewerbe und Wohn- sowie Bundesbau auf die in Neresheim gefertigten Module. Aktuell mehren sich nicht nur die Anfragen aus dem Gesundheitswesen sondern auch aus den Bereichen Forschung und Entwicklung. „Wir informieren Krankenhäuser und Einrichtungen der Pharmabranche landesweit über die Möglichkeiten des Modulbaus“, erläutert Kohler. Alle Gebäudebestandteile im Krankenhausbereich, von Intensivstationen, OP-Räumen und Untersuchungskapazitäten bis hin zu ganzen Infektions- und Krisenkliniken aber auch Pharmaproduktionsgebäude sowie Labore und Reinräume werden in Neresheim produziert und anschließend per Schwertransport an den Einsatzort gebracht. „Gerade in der jetzigen Zeit kann der Vorteil der schnellen Bauweise für viele Einrichtungen hilfreich sein“, erklärt Kohler. So könne man den Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie der Forschung und Entwicklung die nötige Flexibilität für den gegenwärtig erhöhten Kapazitätsbedarf durch die Corona-Pandemie aber auch für die zukünftigen Entwicklungen bieten.

In modularer Bauweise kann die Bauzeit verkürzt werden.

Robert Kohler
Geschäftsführer ADK Modulraum

Dabei setzt ADK ebenso auf Kooperation mit anderen Unternehmen. So biete man in Zusammenarbeit mit führenden Geräteherstellern CT-Gebäude zur Untersuchung der Lunge an, die ADK in kleinen Stückzahlen innerhalb von acht bis zwölf Wochen fertigen kann. Auch bereits gefertigte und erprobte Bestandsmodule für verschiedenen Einsatz im Krankenhausbereich können die Einrichtungen und Institutionen bei ADK mieten. Die Bestandsmodule reichen von CTs bis hin zu OPs und können nach Bedarf kombiniert werden.

ADK hat in den vergangenen Jahren reichlich Erfahrung mit der Realisierung von Projekten im Krankenhaus- und Pharmabereich gesammelt. So zeichnete das Unternehmen unter anderem für die Erweiterungsbauten des SRH Klinikums in Neresheim, des Krankenhauses in Ravensburg (mit Intensivbetten, -zimmern, Notaufnahme, CT, Schockraum und den erforderlichen Eingriffsräumen) sowie der Aufstockung des Diakonie-Klinikums in Stuttgart und der Kinderklinik in Schwäbisch Hall auf sechs Stockwerke verantwortlich. Im russischen Novosibirsk erstellten die Neresheimer sogar ein komplettes neurologisches Fachkrankenhaus mit neurochirurgischen Operationssälen, einer Radiologie und mehr als 100 Betten.

Und selbst in China setzt man auf ADK Modulraum. Dort hat das Unternehmen bereits vor einiger Zeit drei Pharmaproduktionsanlagen geplant und betriebsfertig übergeben. Eine dieser Anlagen wurde übrigens in Wuhan gebaut. „Der Bau von Laboren und Reinräumen erfolgt unter höchsten Anforderungen an Hygiene, Qualität und Sicherheit“, erklärt Kohler. „In modularer Bauweise können die geltenden Standards eingehalten und die Bauzeit trotzdem im Vergleich zu konventionellen Bauweisen enorm verkürzt werden.“ Auf diese Weise könnten Firmen und Organisation ebenso auf den aktuellen Kapazitätsbedarf in der Forschung und Entwicklung sowie der Pharmaproduktion schnell reagieren.

© Wirtschaft Regional 07.05.2020 14:12
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