Handwerker suchen weiter Lehrlinge

Ausbildung Trotz Coronakrise wollen viele Handwerksbetriebe 2020 junge Menschen ausbilden. Prüfungen starten bald.
  • Weiter im Handwerk gefragt: Auszubildende. Foto: Amh-online

Ulm. Jeder zweite Handwerksbetrieb in der Region kämpft laut einer Umfrage der Handwerkskammer Ulm in den letzten Wochen mit Auftragsstornierungen (52 Prozent). 68 Prozent sprechen weiterhin von Umsatzrückgängen. Dennoch planen fast 45 Prozent der befragten Firmen, für das kommende Ausbildungsjahr genauso viele oder sogar mehr Auszubildende einstellen zu wollen als im Vorjahr. Jeder vierte Betriebe beabsichtigt, weniger Auszubildende einzustellen.

„Eine Ausbildung erfordert vom Betrieb auch finanziellen Aufwand. Gerade jetzt kommt es deshalb darauf an, die Betriebe zu unterstützen, die ausbilden möchten“, so Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich. Die jüngsten Umfragen im Handwerk der Region hätten immer wieder gezeigt, dass Personalabbau in oder wegen der Krise für das Handwerk kein Thema ist. „Die Betriebe in der Region sind gute Ausbilder und treue, sichere Arbeitgeber, auch wenn einmal der Wind bläst. Unsere Betriebe stehen jungen Menschen auch in der Krise für einen Ausbildungsbeginn im Handwerk offen.“ Zum Gebiet der Handwerkskammer Ulm gehören rund 5300 Handwerksbetriebe, die regelmäßig ausbilden. Aktuell sind noch 938 Lehrstellen im Kammerbezirk offen. Im Vorjahr waren es Ende April 799 offene Stellen. Im Ostalbkreis gibt es aktuell 191 offene Lehrstellen.

In dieser Woche beginnen zudem die Vorbereitung und die Durchführung für die Abschluss- und Gesellenprüfungen, so die Kammer. Auch die Meisterkurse und die Meisterprüfungen starten wieder. Die Handwerkskammer Ulm mit ihren Bildungsstätten in Ulm und Friedrichshafen bringt jährlich rund 600 Meisterabsolventen hervor. Zudem werden jährlich rund 3000 Gesellenprüfungen in Berufen wie Kraftfahrzeugmechatroniker, Zimmerer oder Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk abgelegt.

© Wirtschaft Regional 05.05.2020 15:28
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