Drei Firmen stellen gemeinsam Schutzausrüstung her

Kooperation Die Firmen Hachtel, Renz und Susa haben gemeinsam in Rekordzeit komplette Produktionslinien für Gesichtsschutzschilder aufgebaut.
  • Von links: Ulrike Bock, Thomas Reinhard, Raphael Barth (Geschäftsführer), alle von der Chr. Renz GmbH, Steffen Hachtel, Geschäftsführender Gesellschafter F. & G. Hachtel GmbH & Co. KG, Klaus Pavel sowie Michael Schubert, Geschäftsführer der Chr. Renz GmbH. Foto: Landratsamt Ostalbkreis

Aalen/Heubach

Wie flexibel die Wirtschaft in der Region auf die Coronakrise reagieren kann, beweist die jüngste Kooperation dreier Firmen: Schnell und und unkompliziert hat die Chr. Renz GmbH aus Heubach gemeinsam mit den Firmen F. & G. Hachtel GmbH & Co. KG aus Aalen und SUSA-Vertriebs-GmbH + Co (ebenfalls Heubach) innerhalb von nur einer Woche mehrere Produktionslinien für Gesichtsschutzschilder entstehen lassen. „In kürzester Zeit haben wir gemeinsam mit Renz Werkzeuge konstruiert und angefertigt, um nunmehr über 8000 Kopfformen pro Tag im Kunststoffspritzguss herstellen zu können“, berichtet Steffen Hachtel, Geschäftsführer von Hachtel.

In diese Stirnhalterungen werden Polsterungen sowie spezielle Gummibänder – wiederum nach Empfehlung und Unterstützung der Firma SUSA – , im Hause Renz, produziert, hygienisch verpackt und sofort ausgeliefert. „Durch unser Know-how, den vorhandenen Materialien sowie der guten Zusammenarbeit der verschiedenen Firmen und der Flexibilität aller Mitarbeiter, können wir einen Beitrag zur Hilfe der Eindämmung des Coronavirus leisten“, berichtet Renz-Geschäftsführer Raphael Barth.

Mehrere zehntausend Einheiten sind bereits in Auslieferung. In den nächsten Tagen und Wochen sollen Krankenhäuser, stationäre Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, Arztpraxen und andere zunächst im Ostalbkreis, danach deutschlandweit bedient werden. Mit Unterstützung von Landrats Klaus Pavel sollen ebenso weitere Landkreise in Baden-Württemberg bedient werden. Überdies werde das Ministerium für Soziales und Integration zur weiteren Verteilung der Schutzschilder im Land beliefert.

Jeder hat mit angepackt.

Steffen Hachtel
Geschäftsführender Gesellschafter

Die Gesichtsschutzschilder decken die Gesichtspartie Augen, Nase und Mund großflächig ab und sind mittels leicht verstellbarem Gummiband sowohl für Erwachsene als auch für Kinder geeignet. Das Kopfteil des Schutzschildes kann unkompliziert desinfiziert und das Schild nach Gebrauch ersetzt werden.

Die Firma Hachtel hat ihr Know-how im Bereich der Kunststoffverarbeitung und Entwicklung außerdem für die Entwicklung von Teilgesichtsmasken eingesetzt. Nachdem die Masken aktuell für erste Praxistests im Einsatz sind, wird in den kommenden Tagen die Serienproduktion gestartet. Mittelfristiges Ziel ist es, etwa 5000 Masken pro Woche zu produzieren.

Die Masken werden aus einem für die Medizintechnik geprüften Material gefertigt und lassen sich sterilisieren. Eingesetzt werden können sie sowohl in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern als auch von Privatpersonen. Geschäftsführer Hachtel ist stolz auf sein Team, das in kürzester Zeit die Produktion der Firma komplett umgestellt hat: „Jeder hat mit angepackt und in dieser schwierigen Zeit mehr als 100 Prozent gegeben.“ Landrat Pavel zeigte sich beeindruckt, was die drei Firmen aus der Region in so kurzer Zeit gemeinsam auf die Beine gestellt haben und hat bereits erste Bestellungen für den Ostalbkreis und die Kliniken Ostalb in Auftrag gegeben.

© Wirtschaft Regional 16.04.2020 11:44
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