198 Millionen Euro für Varta

Wirtschaft Bund und Land fördern den Ausbau der Batterienforschung und -entwicklung in Ellwangen. Varta soll eine ähnliche Summe zusätzlich investieren.
  • Varta Microbattery ist Vorreiter bei der Lithium-Ionen-Technologie. Foto: Varta AG

Ellwangen

Bei der Vergabe der Batteriezellen-Forschungsfabrik war Baden-Württemberg und der Standort Ulm noch leer ausgegangen, nun erhalten fünf Firmen aus dem Land rund eine halbe Milliarde Euro an Fördermitteln – der Großteil fließt nach Ellwangen an die Varta AG. 198 Millionen Euro soll das Unternehmen in den kommenden zehn Jahren erhalten, um die Batterienforschung und -produktion weiter auszubauen. Das teilten CDU-Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter und CDU-Landtagsabgeordneter Winfried Mack mit.

„Für Ellwangen ist dies die größte öffentliche Investition, die hier jemals getätigt wurde. Gerade jetzt ist dies ein willkommenes Konjunkturprogramm für unsere Region“, so Mack. Kiesewetter erklärt: „Diese Investition macht Mut und Lust auf die Zukunft.“ 70 Prozent der 198 Millionen Euro kommen vom Bund, der Rest, rund 59 Millionen Euro kommen vom Land Baden-Württemberg. Varta werde zusätzlich eine Summe in ähnlicher Höhe investieren. „Die Batterie ist zu einer Schlüsseltechnologie geworden“, erklärt Kiesewetter. Der Bedarf an mobilen und stationären Stromspeichern wachse international in einem rasanten Tempo. Experten gehen in den kommenden zehn Jahren von einer Verzehnfachung der Nachfrage aus – nicht nur in der Autoindustrie wächst diese, auch in der Elektrobranche hält der Trend zu kabellosen Endgeräten weiter an. „Die Beherrschung und Anwendung der Batterietechnologie in großem Maßstab ist für Deutschland und Europa eine wesentliche Voraussetzung für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit“, so Kiesewetter. Mack fügt an: „Das Ziel ist, in Baden-Württemberg eine eigenständige Batterienindustrie aufzubauen, die weltweit technologisch führend ist. Das muss unser Anspruch sein.“

In welche Projekte Varta das erhaltene Geld investieren will, kommuniziert das Unternehmen noch nicht. „Wir werden uns im zweiten Quartal des Jahres detailliert zu unseren Plänen äußern“, erklärt eine Varta-Sprecherin. Das Unternehmen hatte am Dienstag nicht nur einen neuen Rekordumsatz zu verkünden, sondern erklärte, dass sich die Erlöse im Jahr 2020 auf 700 bis 800 Millionen Euro verdoppeln sollen. Gleichzeitig investiert das Unternehmen allein in diesem Jahr rund 300 Millionen Euro in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten.

Diese Investition macht Lust auf die Zukunft.

Roderich Kieswetter

Im Oktober 2017 hatte die EU-Kommission die „Europäische Batterienallianz“ ins Leben gerufen. Bund und Länder investieren 1,7 Milliarden Euro. „Ziel ist, Europa entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Batterie nach vorne zu bringen, auf diesem Feld innovativer und wettbewerbsfähiger zu werden, aber auch unabhängig vom asiatischen Batteriemarkt“, so Kiesewetter. Neben Varta kommen BASF, BMW, Opel-PSA und der Batteriehersteller Saft in dieser Projekttranche zum Zuge.

© Wirtschaft Regional 31.03.2020 16:55
310 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?