Schock Profilsysteme schließt Ende März für immer

Stilllegung Kein Investor für den insolventen Kunststoffverarbeiter in Lorch-Waldhausen mit 100 Mitarbeitern.

  • Schock Profilsysteme Lorch

    Schock Profilsysteme Lorch

Lorch-Waldhausen. Bei Schock in gehen die Lichter aus. Der Kunststoffverarbeiter mit Sitz in Lorch-Waldhausen stellt Ende März seinen Betrieb ein. Ein Investor für die seit Juni 2019 insolvente Unternehmen, das Sockelleisten und Wandabschlussprofile für die Küchen- und Möbelbranche, für Baumärkte und Einzelhandelskonzerne sowie Scannerleisten für Preisauszeichnungen im Einzelhandel produziert, konnte nicht gefunden werden.

Das bestätigt Susanne Grefkes, Sprecherin der Anwaltskanzlei Schultze und Braun, für die der Insolvenzverwalter Dr. Holger Leichtle tätig ist. Der Markt im Kunststoffbereich sei schwierig, die Margen klein, die Konkurrenz aus Asien groß, erklärt Grefkes. 60 der 100 Mitarbeiter hätten das Unternehmen eines Sozialplans bereits verlassen. Nun laufe die „Ausproduktion“ bis Ende März. Ein kleines Team befasse sich dann ab April noch mit ausstehenden Abrechnungen. Der Rest sei bereits gekündigt. Über die künftige Nutzung der Immobilien sei noch nicht entschieden, sagt die Sprecherin weiter.

Laut Helmut Gerlach, Sprecher der Arbeitsagentur Aalen, waren rund 40 Prozent der Beschäftigten im Bereich Kunststoffverarbeitung tätig, der Rest der Belegschaft jeweils zur Hälfte im Maschinen- und Werkzeugbau sowie in Lager, Büro und Verwaltung. Zwei Drittel der Beschäftigten stammten aus dem angrenzenden Rems-Murr-Kreis. „Von diesen werden sicher einige auch im Raum Stuttgart auf die Suche nach neuer Arbeit gehen“, sagt er. In Zeiten der Coronakrise sei dies allerdings extrem schwierig: „Einstellungen gibt es derzeit auf absoluter Sparflamme“, sagt Gerlach.

Peter Hofer von der IG Metall Schwäbisch Gmünd weiß: „Einige Kolleginnen und Kollegen von Schock haben bereits etwas Neues gefunden, der Rest tut sich in der aktuellen Lage schwer.“ Gewerkschafter Hofer weist darauf hin, dass bei Schock bis zuletzt produziert worden sei: „Die Aufträge waren weiterhin vorhanden.“ Er zieht Parallelen zum Lorcher Spezialfahrzeughersteller Binz mit 66 Mitarbeitern, der 2019 schließen musste. Auch hier habe es bis zum Schluss nicht an Aufträgen gemangelt. Schuld an der Insolvenz waren Liquiditätsprobleme. Auch für Binz wurde kein Investor gefunden.

Die Schock-Gruppe verzeichnete nach eigenen Angaben 2018 einem Jahresumsatz von etwa 15 Millionen Euro. Hervorgegangen ist das Unternehmen aus den 1924 gegründeten Schorndorfer Schock-Werken.

© Wirtschaft Regional 19.03.2020 16:57
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