Kreativforum beschäftigt sich mit der Nachhaltigkeit

Wirtschaftsförderung Das diesjährige Kreativforum in Schwäbisch Gmünd will zeigen, warum nachhaltige Produktentwicklung Chancen für regionale Firmen birgt.
  • Das Kreativforum 2019 war in der Aalener Start-up-Schmiede „AAccelerator“ zu Gast. Foto: WiRO

Schwäbisch Gmünd

Bei der Produktentwicklung und in der Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen spielt Nachhaltigkeit eine zunehmend größere Rolle. Wie Unternehmen kreative Lösungen entwickeln, von der Produktgestaltung bis zum Eventmanagement, erfahren sie am 2. April 2020, ab 17 Uhr im Kreativforum im Auditorium der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd.

Grüne Themen bewegen die Gesellschaft. Auch Unternehmen haben das Thema für sich entdeckt. Bewegt Nachhaltigkeit die Kreativen? Sind kreative Unternehmen mit ihren flexiblen Strukturen und unkonventionellen Denkweisen vielleicht besser aufgestellt für die Anforderungen? Dies sind nur einige Fragen, der das Forum nachgehen will.

Die Kontaktstelle Frau und Beruf Ostwürttemberg – Ostalbkreis, die WiRO, die Hochschule für Gestaltung (HfG) und die Wirtschaftsförderung der Stadt Aalen laden Akteure der Kultur- und Kreativbranche, regionale Unternehmen aus Industrie und Handwerk, Start-ups sowie interessierte Bürger ein, sich im Kreativforum aktiv über das Thema Nachhaltigkeit im Produktdesign auszutauschen. So soll es möglich sein, sich mit Experten zum Thema Nachhaltigkeit zu vernetzen und im Rahmen von Impulsvorträgen und einer Podiumsdiskussion Forschungsansätze, Anwendungsbeispiele und Produktbeispiele kennenzulernen.

Während des Kreativforums wird es einige Impulsvorträge geben. Tina Kammer, Architektin bei Interior Park in Stuttgart wird sich des Themas „Design ist weltweit der Hauptansatzpunkt nachhaltiger Entwicklungen“ annehmen. Sie zeigt, wie Kreislaufwirtschaft von vielen Firmen als Entwicklungschance wahrgenommen wird. Kammer beleuchtet den Status Quo und gibt Einblicke in die Praxis, etwa wo sich für Firmen Potenziale ergeben sowie Chancen für neue Geschäftsmodelle. „Nachhaltigkeit als Chance – Innovative Produkte und Services mit Ecodesign“, lautet wiederum der Titel des Vortrags von Matthias Held, Professor des Studiengangs Produktgestaltung, an der HfG. Er betont, dass die Berücksichtigung von ökologischen Kriterien bei der Entwicklung von Produkten und Services auch als Chance begriffen werden kann, die letztlich den Unternehmenserfolg sicherstellt.

Nachhaltigkeit als Chance.

Matthias Held, HfG-Professor wird ein Referat zum Thema halten.

Vanessa Vanini vom Referat für Nachhaltige Entwicklung an der Hochschule Aalen erläutert, wie Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft im Eventmanagement Hand in Hand gehen können. Denn für nachhaltige Produktions- und Konsummuster zu sorgen und den Ressourcenbedarf stark zu verringern ist laut Vanini eines der globalen Nachhaltigkeitsziele. In einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft sollen Materialien und Stoffe so eingesetzt werden, dass sie über einen langen Zeitraum in Produkten Nutzen stiften, für zukünftige Produktionsprozesse zurückgewonnen werden und somit nicht als Abfälle unwiederbringlich verloren gehen.

Jeannette Jäger, Geschäftsführerin der gleichnamigen Beratung aus Filderstadt, erklärt den „Mehrwert durch Kreisläufe“. Ihre Botschaft: Ganzheitlich in Kreisläufen zu denken biete enorme Chancen für eine nachhaltig erfolgreiche Unternehmensentwicklung. An Beispielen aus der Praxis will sie zeigen, was es dafür braucht, wie es gelingen kann und welche Mehrwerte generiert werden können.

In der anschließenden Podiumsdiskussion positionieren sich die Referierenden auch zum „Cradle-to-Cradle“-Konzept von Michael Braungart, und besprechen was eine Cradle-to-Cradle-Zertifizierung für Unternehmen und die Produktgestaltung bedeutet. Dem Konzept liegt die Vision einer Industriegesellschaft zugrunde, die ihre Produktionsverfahren ähnlich den Kreisläufen der Natur gestaltet. Die Prozesse in der Natur kennen keinen Abfall. Analog können auch nachhaltige Produktkreisläufe gestaltet werden.

Information und kostenfreie Anmeldung unter: www.ostwuerttemberg.de/veranstaltung

© Wirtschaft Regional 10.03.2020 18:17
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