Klimaschutz zu Hause

Vorwürfe helfen nicht

Über Klimaschutz wird wieder leidenschaftlich diskutiert. Das ist das große Verdienst der Bewegung „Fridays for Future“. Der Protest der Jugend darf, ja er muss sogar zornig sein. Doch mitunter schießen die Vorwürfe übers Ziel hinaus und folgen einem deutschen Muster: Es wird ein Schuldiger gesucht – und ist beispielsweise in SUV-Fahrern gefunden worden. Doch wer Schwarzer Peter spielt, hat Klimaschutz nicht verstanden. Das Thema ist vielschichtig. Im Kern geht es darum, dass jeder Einzelne sich hinterfragt und seine Gewohnheiten ändert – konkret im Alltag. Das geht nur durch Überzeugung.

Unsere neue Serie setzt bei privaten Haushalten an, auf die mehr als ein Viertel des deutschen Energieverbrauchs entfällt. Entstanden ist sie in Zusammenarbeit mit der Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sowie den Energieagenturen Ulm und Göppingen. Sie zeigt in sechs Teilen, wie Hausbesitzer und Mieter Energie und Geld sparen – und ihren CO2-Ausstoß verringern können: mit Sanierungsmaßnahmen für kleine Geldbeutel bis hin zur Solarstrom-Erzeugung auf dem Balkon.

Weil Schwaben ein zurückhaltendes Naturell besitzen, erst Recht wenn es um die Sanierungswürdigkeit ihrer vier Wände geht, schildern wir manche Empfehlung am Beispiel von Mitarbeitern der Energieagenturen. Dass die kostenlose Beratung, die wir zum Auftakt schildern, erfolgreich ist, zeigt eine KPMG-Studie. 80 Prozent der Beratenen setzen mindestens eine Empfehlung um. 2017 wurden so im Südwesten Investitionen von 35 Mio. EUR ausgelöst und 193 000 CO2 Tonnen eingespart. Auch hier gilt die Weisheit des Lyrikers Erich Kästners: Es gibt nichts Gutes: Außer man tut es. Alexander Bögelein
© Südwest Presse 15.02.2020 07:45
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