Weleda wächst weltweit – nur in Frankreich nicht

Bilanz Naturkosmetik boomt, Weleda steigert den Marktanteil. Die Arzneimittelsparte leidet unter einer Entscheidung der französischen Regierung.
  • Weiter weltweit gefragt: Naturkosmetik der Weleda. Hier die Calendula-Ernte im Heilpflanzengarten Schwäbisch Gmünd. Foto: Weleda

Schwäbisch Gmünd

Die Weleda AG hat ihren Wachstumskurs 2019 fortgesetzt. Wie das Unternehmen mitteilt, ist der Umsatz im vergangenen Jahr um 4,1 Prozent auf 429 Millionen Euro gewachsen. Allerdings haben sich die Sparten des schweizerischen Unternehmens mit großem Standort in Schwäbisch Gmünd weiter unterschiedlich entwickelt.

Während der Umsatz der Naturkosmetik weltweit um 6,3 Prozent auf nun 327 Millionen Euro zulegte, blieb die seit Jahren kränkelnde Arzneimittelsparte 2,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. So erwirtschaftete die Sparte 2019 einen Umsatz von 102 Millionen Euro. Allerdings hat sich das Geschäft uneinheitlich entwickelt.

Während die Umsätze in Deutschland, Österreich und der Schweiz um 4,8 Prozent gewachsen sind, sackten sie im französischen Markt ab: Hier steht ein Minus von 12,8 Prozent zu Buche. Frankreich ist nach Deutschland der wichtigste Markt für Weleda. 2018 lagen die Erlöse dort bei mehr als 93 Millionen Euro, fast 40 Prozent trug dabei das Geschäft mit Arzneimittel bei. Der Grund für den Rückgang: „Die französische Regierung hat im vergangenen Jahr die Erstattung für sogenannte Homöopathika deutlich reduziert“, erklärt Weleda-Sprecher Theo Stepp. „Wir sind aktuell dabei, unser Geschäftsmodell an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen.“ Hoffnungsfroh stimmt das Unternehmen, dass die Arzneimittelsparte in einigen Ländern zweistellig zulegte.

Der größte Unternehmensbereich, das Geschäft mit den Naturkosmetika, läuft weiter rund. Dort habe sich laut Stepp die Erweiterung der Produktlinien rund um den Relaunch und Launch der Skin-Food-Linie für trockene Haut ausgezahlt. Den Anteil am Gesamtmarkt für Gesichts- und Körperpflege habe die Weleda auf 4,7 Prozent ausgebaut – ein Plus von 0,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr 2018. Die Marktanteilsgewinne verteilen sich laut Firma gleichmäßig auf alle Segmente und alle Vertriebskanäle. Die Umsätze an Endverbraucher seien gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Prozent in einem ansonsten stabilen Markt gestiegen.

Das Geschäft in Korea ist gut angelaufen.

Theo Stepp
Weleda-Sprecher

Während der Umsatz in den wichtigen Stammmärkten Deutschland, Österreich und Schweiz um 3,7 Prozent auf 162 Millionen Euro stieg, legten die Regionen Zentral-/Osteuropa und Asien zweistellig zu. Seit Anfang des vergangenen Jahres unterhält Weleda eine eigene Niederlassung in Korea. „Das Geschäft dort ist sehr gut angelaufen“, sagt Stepp. Das Unternehmen sei „sehr zufrieden“ mit der Entwicklung.

Der Ausbruch des Coronavirus hat keine Auswirkungen auf die Weleda. Im dortigen Markt ist man nur über den Online-Vertrieb vertreten. Hintergrund: Um dort Kosmetika und Arzneimittel zu verkaufen, schreibt die chinesische Regierung Versuche an Tieren zwingend vor. „Das widerspricht klar unserer Philosophie“, betont Stepp.

Derweil laufen die Planungen für den Weleda-Neubau auf dem Gmünder Gügling weiter. Dort will das Unternehmen für mehr als 100 Millionen Euro einen Neubau erstellen. Aktuell sind am Standort Gmünd rund 1000 Menschen für die Weleda beschäftigt.

© Wirtschaft Regional 14.02.2020 11:37
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