Kohleausstieg

Zu wenig und zu langsam

Beim aktuellen Ausbautempo der Erneuerbaren werden die Klimaziele verfehlt – trotz Ausstiegs aus der Kohle.
Mit dem von der Bundesregierung anvisierten Kohleausstieg können die deutschen Klimaschutzziele nicht erreicht werden. Zu dieser Auffassung gelangt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer Studie für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Ein Kohleausstieg im Einklang mit internationalen Klimaschutzzielen müsste bis zum Jahr 2030 erfolgen“, schreiben die Forscher in ihrem Papier. Die Emissionen könnten dann um 1,8 Mrd. Tonnen CO2 niedriger sein und somit die Pariser Klimaziele einhalten. Die Regierung hat beschlossen, bis spätestens 2038 aus der Kohle auszusteigen.

Auch die bisher geplante Zerstörung mehrerer Dörfer in Nordrhein-Westfalen sowie der sächsischen Ortschaft Mühlrose stößt auf Kritik der Autoren. Dafür bestehe keine „energiewirtschaftliche Notwendigkeit“. In bestehenden Tagebauen gebe es ausreichend Kohle, um den Weiterbetrieb umliegender Kraftwerke zu gewährleisten. Ein Zubau erneuerbarer Energien könnte die Stromversorgung der Regionen außerdem sicherstellen.

Mit dem aktuellen Zubautempo jedoch werde das angepeilte Ziel von 65 Prozent Erneuerbarer bis 2030 verfehlt: „Ohne weitere Maßnahmen steuert die Bundesregierung auf einen Anteil von maximal 49 Prozent zu“, warnen die Forscher. Igor Steinle
© Südwest Presse 14.02.2020 07:45
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