Kommentar Alexander Bögelein zu den Aussichten von Airbus

Nicht kalkulierbar

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  • Alexander Bögelein Foto: Marc Hörger
Was für eine Bruchlandung! Airbus steckt noch tiefer in den roten Zahlen als der US-Konkurrent Boeing mit seinem Pannenflieger 737-Max. 1,4 Milliarden Euro Verlust hat der Luftfahrtkonzern angehäuft. Dabei schien schon alles bereitet ein erfolgreiches Jahr zu feiern: Airbus hat Boeing 2019 als größten Flugzeughersteller überflügelt. Doch es gibt eine Reihe von Problemen.

Das ist zu allerst die Geldbuße von 3,6 Milliarden Euro dafür, dass Airbus mit krimineller Energie und Bestechungsgeldern seine Absätze gefördert hat. Airbus mag heute ein anderes Unternehmens sein, aber die nächsten drei Jahre steht der Konzern unter Bewährung. Neben grundsätzlichen Themen stottert der Verkauf von Großraumfliegern mit den Modellen A330 und A350. Auch sinken die Chancen, den Militärtransporter A400M im Ausland zu verkaufen. Die gesamte Sparte Verteidigung und Raumfahrt gilt als Restrukturierungsfall, weil die Erträge massiv eingebrochen sind. Das Wohl und Wehe des Konzerns hängt zum Großteil an seiner A320-Familie.

Ein Risiko ist freilich nicht kalkulierbar: Die Welthandelsorganisation hat unrechtmäßige Staatssubventionen bei Airbus beanstandet. Nimmt US-Präsident Donald Trump diese Steilvorlage auf und erhebt Strafzölle auf Airbus-Maschinen, der Luftfahrtkonzern würde in schwerste Turbulenzen geraten.
© Südwest Presse 14.02.2020 07:45
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