Mit Markus Frei soll die Kreissparkasse weiter wachsen

Banken Wie der künftige Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Ostalb die größte Bank der Region in die Zukunft führen will.
  • Wird ab 1. Juli 2020 neuer Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Ostalb: Markus Frei (links). Rechts Landrat Klaus Pavel, Verwaltungsratschef des Instituts. Foto: Oliver Giers

Aalen

Nur knapp zwei Monate hat die Suche nach einem Nachfolger für Andreas Götz an der Spitze der Kreissparkasse Ostalb gedauert. Und wie schon so häufig wurde der Verwaltungsrat um seinen Vorsitzenden, Landrat Klaus Pavel, in den Reihen des Vorstands fündig: Markus Frei wird ab 1. Juli 2020 neuer Vorstandsvorsitzender der größten Bank in Ostwürttemberg.

„Uns war eine zeitnahe Entscheidung wichtig“, sagte Pavel bei der Vorstellung von Frei. Diese sei schnell und konsequent und sichere der Kreissparkasse größtmögliche Stabilität und Kontinuität. „Markus Frei besitzt die menschlichen und fachlichen Fähigkeiten für diesen wichtigen Posten“, so der Landrat weiter. Er habe in den vergangenen Monaten viele Gespräche, auch mit Mitarbeitern der Bank, geführt. „Markus Frei genießt das volle Vertrauen.“ Der neue Vorstandschef war im Oktober 2017 ins oberste operative Führungsgremium gerückt und verantwortet aktuell unter anderem das Private Banking sowie das Unternehmenskundengeschäft. „Für jemanden, der wie ich auf der Ostalb aufgewachsen und seit 25 Jahren für die Kreissparkasse tätig ist, ist die Berufung eine Herausforderung. Eine, der ich mich mit Respekt und Zuversicht stelle.“ Er freue sich auf die Aufgabe, die Strategie der Bank zu gestalten. „Wir werden auf klarem Wachstumskurs bleiben“, kündigt Frei an. Die Kreissparkasse erzielte zuletzt eine Bilanzsumme von rund 5,5 Milliarden Euro. „Wir sind in der Region Ostwürttemberg die Nummer Eins – und das soll auch so bleiben.“

Für die künftigen Herausforderungen habe die Bank „die richtige Größe.“ Zu diesen zählt Frei neben steigender Regulatorik und konstantem Niedrig- bis Minuszins die Digitalisierung, an der man weiter konsequent arbeiten wolle. Das Dienstleistungsangebot soll weiter ausgebaut werden, zuletzt kam etwa die Testamentsvollstreckung hinzu. „Wir bleiben im Finanzbereich ein Vollsortimenter“, erläutert Frei. Zudem will er weiter auf das gute Netzwerk der Bank setzen. „Wir haben rund 160 000 Kunden und knapp 1000 Mitarbeiter. Sowohl die Vernetzung als auch die Vertrauensbasis wollen wir auch in der Zukunft fortschreiben.“

Dass sich die Bankenlandschaft in einem rasanten Tempo verändert, ist den Kreissparkassen-Verantwortlichen klar. „Natürlich wird es in zehn Jahren noch Sparkassen geben“, so Pavel. „Aber sie werden sich weiterentwickeln.“ Regionalbanken hätten eine enorme Bedeutung für die Entwicklung einer Wirtschaftsregion, litten aber unter der steigenden Regulatorik auf Europa- und Bundesebene.

Wir bleiben ein Vollsortimenter.

Markus Frei
designierter Vorstandschef

Zum neuen Vorstand wird weiter Dr. Christof Morawitz gehören, der bereits seit vielen Jahren als Vorstand arbeitet. „Die Kreissparkasse soll auch künftig von einem Dreier-Vorstand geführt werden“, sagt Pavel. Die durch Götz’ Abgang vakante Stelle soll extern ausgeschrieben werden. „Wir erhoffen uns dadurch frischen Wind von außen.“ Ebenso werden sich die Ressortzuständigkeiten ändern, über die künftigen Verantwortlichkeiten werde man laut Frei bald Gespräche führen.

Anfang Dezember 2019 hatte Andreas Götz den Verwaltungsrat um die Auslösung seines Vertrags gebeten. Er wechselt zur Landesbank Baden-Württemberg und wird dort einen Vorstandsposten übernehmen. „Der Wechsel war so nicht geplant, aber es war eine einmalige Chance, die ich nutzen musste“, erklärt Götz. In die Suche nach seinem Nachfolger war er nicht mehr involviert. Die Berufung Freis habe ihn sehr gefreut. „Wir haben in den vergangenen Jahren eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet.“

Landrat Pavel verbindet mit dem Wechsel auch die Hoffnung auf eine „längeren Halbwertszeit“ an der Spitze der Sparkasse. Götz war lediglich rund drei Jahre im Amt gewesen, ehe er dem Ruf aus Stuttgart folgte.

Das ist der neue Chef der Kreissparkasse Ostalb

Markus Frei, Jahrgang 1974, arbeitet bereits seit 25 Jahren bei der Kreissparkasse Ostalb. Nach einem dualen Studium an der Berufsakademie Heidenheim, das er als Diplom-Betriebswirt beendete, war er unter anderem als Filialdirektor in Lorch und Ellwangen tätig, ehe er im Jahr 2008 Bereichsleiter für das Privatkundengeschäft wurde. Bereits im Alter von
39 Jahren rückte er zunächst zum stellvertretenden Vorstandsmitglied auf. 2017 folgte dann die Berufung in den Vorstand. Ab 1. Juli 2020 wird er Vorsitzender des Gremiums. Seine Wahl war keine Überraschung. Frei lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Eschach.

© Wirtschaft Regional 10.02.2020 17:37
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