Hygieneprodukte sind gefragt

Coronavirus Keiner will sich anstecken – Spezialisierte Unternehmen verzeichnen deshalb einen Ansturm auf Desinfektionsmittel.
  • Handdesinfektion kann einer Ansteckung vorbeugen. Symbolfoto: Fotolia

Aalen

Die Angst vor dem Coronavirus lässt die Menschen besonders auf Hygiene achten. Während bundesweit in immer mehr Apotheken Atemschutzmasken ausverkauft sind, steigt nun auch die Nachfrage nach Desinfektionsmittel: Mediziner empfehlen häufiges Händewaschen und Desinfektion als wirksame Vorsorge gegen eine Ansteckung.

„Das Coronavirus macht die Menschen nervös“, stellt Bernd Rapf, Geschäftsführer des Hygiene-Service Aalen fest. Der Betrieb mit zwei Mitarbeitern beliefert Firmen und öffentliche Einrichtungen unter anderem mit Reinigungsmitteln, Desinfektionsflüssigkeit, Seife, Reinigungsgeräten und Toilettenpapier. Die Kunden des Großhändlers finden sich im Ostalbkreis und darüber hinaus bis in den Stuttgarter Raum.

„Wir erleben momentan eine stark gestiegene Nachfrage, sowohl nach 500-Milliliter-Flaschen mit Mitteln für die Handdesinfektion als auch für Flächendesinfektionsmittel“, verkündet Rapf. Letztere werden beispielsweise auf Arbeitsflächen und Fische aufgesprüht, mit einem feuchten Tuch wird nachgewischt. Gerade erst sei eine Bestellung für die Befüllung von 50 Spendern mit Desinfektionsmittel hereingekommen. Wie rasch er Kundenanfragen erfüllen könne, hänge immer von den Herstellern und Lieferanten ab: „Sie können heute gar nicht abschätzen, wie schnell die Ware abverkauft ist.“

Hier sieht Rapf auch den Unterschied zu einer üblichen Grippewelle, wie sie fast jährlich vorkommt: „Bei einer normalen Grippewelle gäbe es sicher keine Lieferengpässe.“ Vielleicht, so Rapf, werde auch „viel Panik“ gemacht.

Das Coronavirus macht die Menschen nervös.

Bernd Rapf
Hygieneartikel-Großhändler

Spezialisiert auf das Geschäft mit der Hygiene ist der Heidenheimer Hartmann-Konzern. Die Paul Hartmann AG und ihre Tochterfirmen haben eine breite Palette an Mundschutzmasken und Desinfektionsprodukten im Sortiment.

Hartmann: Erhöhtes Interesse

Zu einzelnen Produkten und der Nachfrage nimmt man in Heidenheim grundsätzlich nicht Stellung. Unternehmenssprecher Philipp Hellmich betont aber: „Selbstverständlich beobachten wir bei uns, aber auch der gesamten Industrie, ein erhöhtes Interesse an entsprechenden Produkten.“ Hellmich versichert einerseits, man nehmen die aktuellen Entwicklungen rund um das neue Coronavirus und die Situation „entsprechend ernst“, gleichzeitig warnt er vor übertriebener Nervosität: „Es geht aber auch darum, Ruhe zu bewahren und die wissenschaftlichen Fakten zu betrachten. Wir haben in Deutschland Krankheitserreger, wie das Grippevirus, die ebenso ein potenzielles Risiko darstellen – insbesondere für Menschen mit einem beeinträchtigten Immunsystem, ältere Menschen oder Kleinkinder. Laut Robert Koch-Institut wurden allein in Deutschland in der letzten Woche fast 7000 labordiagnostisch bestätigte Fälle gemeldet.“

© Wirtschaft Regional 31.01.2020 15:56
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