Varta streicht 220 Vollzeitstellen

Wirtschaft Mit der Wiedervereinigung der Varta Microbattery mit Varta Consumer werden Synergien genutzt. Nach der Ankündigung steigt der Aktienkurs wieder.
  • Lager bei Varta Consumer in Ellwangen: 220 Stellen sollen in der neuen Varta-Sparte „Household Batteries“ wegfallen, 160 davon in Deutschland. Archiv-Foto: Wirtschaft Regional/Maiwolf

Ellwangen

Wenn das nicht verkehrte Welt ist. Seit Wochen kommen von Varta nur positive Nachrichten: Ausbau von Kapazitäten, Investition in Produktion, Lager und Versand, Aktien steigen immer weiter, Übernahme von Varta Consumer. Plötzlich fällt der Aktienkurs und am nächsten Tag vermeldet das Unternehmen: „Infolge weiterer Synergieeffekte wird eine Anpassung der Personalkapazitäten um rund 220 Vollzeit-Stellen im VARTA Consumer Geschäft in Europa voraussichtlich bis Ende 2020 notwendig.“

Dies soll „sozial verträglich und in enger Abstimmung mit Betriebsrat und Gewerkschaften durchgeführt werden“, teilt das Unternehmen weiter mit. Mitarbeiter, denen bei Varta Consumer gekündigt wird, werden Stellen innerhalb des Konzerns angeboten.

Nach Auskunft des Unternehmens fallen von den 220 Arbeitsplätzen 160 in Deutschland weg. Wie viele es in Ellwangen und Dischingen sind, stehe noch nicht fest. Gleichzeitig werden neue Arbeitsplätze bei Varta Microbattery in Ellwangen und Nördlingen geschaffen. Wie viele und wo genau, ist noch unklar. Beide Standorte sollen gleichmäßig wachsen. In Nördlingen investiert Varta aktuell in ein neues Verwaltungsgebäude. „In Ellwangen werden weitere Kapazitäten durch den Bau des neuen Hochregallagers frei, bislang findet die Lagerung dezentral statt“, erklärt die Firmensprecherin Nicole Selle. Diese frei werdenden Flächen will Varta dann für die Produktion nutzen. Zusätzlich reißt Varta ein bestehendes Gebäude ab und ersetzt es durch eine neue, dreistöckige Fertigungshalle. Selle: „So schaffen wir die räumlichen Voraussetzungen für die Ausweitung der Fertigung und die neuen Arbeitsplätze.“

Die Wachstumsaussichten sind vor allem bei Mikrobatterien weiterhin sehr gut.

Nicole Selle
Varta-Firmensprecherin

Dass alle betroffenen Mitarbeiter von Varta Consumer geradewegs zu Microbattery wechseln können, bezweifelt Roland Hamm, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Aalen: „IT-Spezialisten und Mitarbeiter der Verwaltung können nicht einfach als Maschinenführer eingesetzt werden“, sagt er und ermuntert die Kollegen Weiterbildungs- angebote anzunehmen.

Wie sich die Umsätze der Varta Consumer und der neuen Sparte „Household Batteries“ entwickeln sollen, teilt Varta noch nicht mit. Einen ersten Ausblick auf das aktuelle Geschäftsjahr gibt es am 18. Februar, wenn Varta die Zahlen des zurückliegenden Geschäftsjahres veröffentlicht. Vorab versichert die Firmensprecherin: „Die Wachstumsaussichten sind vor allem im Mikrobatterien-Segment weiter sehr gut.“

© Wirtschaft Regional 09.01.2020 19:12
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