Darum entlädt sich die Varta-Aktie

Weil laut einer Studie der Commerzbank der Varta AG verschiedene Elektronikhersteller auf die chinesische Konkurrenz setzen, sackt der Kurs ab.

Die Erfolgsgeschichte des Ellwanger Batterienherstellers Varta verzeichnet einen ersten herben Dämpfer. Die Aktie der AG brach am Mittwoch zeitweise um ein Viertel ein. Der Grund: Die Commerzbank hatte eine Studie veröffentlicht, wonach einige Elektronikhersteller zunehmend auf chinesische Batterie-Anbieter statt auf die Varta setzen. 

Wie die Analysten schreiben, sollen die Kopfhörerhersteller Samsung, Sony und JBL nicht nur auf Akkus von Varta, sondern auch auf Produkte der chinesischen Konkurrenz zurückgreifen. Offenbar, so die Studie, aus Sorge, Varta könne die gestiegene Nachfrage alleine nicht befriedigen. Varta sei sich der Situation erst im Dezember bewusst geworden. „Wir beobachten unseren Wettbewerb sehr sorgfältig", so Varta in einem Statement. Mehr noch: "Im Dezember sind Geräte mit Batterien chinesischer Hersteller aufgetaucht, die VARTA-Patente in mehreren Fällen verletzten."

Die Ellwanger ihrerseits wollen sich nun gegen die Konkurrenz wehren, sie vermuten Patentverletzungen durch den chinesischen Wettbewerb. "Wir haben sofort Abmahnungen an die wichtigen Handelskanäle gegeben. Wir werden auf keinen Fall solch grobe Patentverletzungen akzeptieren", erklärte das Unternehmen. Wenn diese nicht nach Fristende umgehend reagieren würden, werde man entsprechende einstweilige Verfügungen erwirken.

Es ist der erste spürbare Rückschlag für Varta. Im vergangenen Jahr hatte sich der Börsenwert des Unternehmens vervierfacht. Trotz des Kursverlusts bleibt man in Ellwangen optimistisch. "Wir setzen weiterhin den Industriestandard bei Microbatterien, inbesondere bei Lithium-Ionen Coin-Power Batterien", so die Firma. Diese hätten "einzigartige Wettbewerbsvorteile, die durch umfassende Patentfamilien geschützt sind". Die Nachfrage nach den Akkus sei unvermindert hoch. Varta werde weiter "massiv in die Erweiterung der Produktionskapazitäten investieren". Bis 2022 sollen jährlich mehr als 150 Millionen Zellen produziert werden.

© Wirtschaft Regional 08.01.2020 17:55
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