2000 Ehrenamtliche im Einsatz

Industrie- und Handelskammer Mitglieder bringen sich vielfältig ein: als Prüfer, in der Aus- und Weiterbildung oder in Vollversammlung, Ausschüssen und Arbeitskreisen.
  • Für mehr als zehnjähriges Engagement sind zahlreiche Ehrenamtliche ausgezeichnet worden. Foto: IHK Ostwürttemberg

Heidenheim

Bei der Industrie- und Handelskammer Ostwürttemberg engagieren sich rund 2000 Persönlichkeiten aus IHK-Mitgliedsbetrieben ehrenamtlich. Das teilt die Kammer mit. Von den Ehrenamtlichen bringen sich rund 1700 als Prüfer in der Aus- und Weiterbildung ein. Von den etwa 300 in Vollversammlung, Ausschüssen und Arbeitskreisen Tätigen zeichnete die IHK Ostwürttemberg zum Tag des Ehrenamtes 122 Personen für ihr mehr als zehnjähriges Engagement aus.

„Den ehrenamtlichen Einsatz der Vertreterinnen und Vertreter aus den IHK-Mitgliedsbetrieben können wir nicht hoch genug einschätzen. Nicht immer ist es einfach, Ehrenamt und berufliche Aufgaben unter einen Hut zu bringen. Umso wichtiger ist es, auch einmal Danke zu sagen“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle. Ohne diesen unternehmerischen Einsatz für das Gemeinwohl stünden Wirtschaft und Gesellschaft schlechter da, denn das Engagement helfe, staatliche Bürokratie und zusätzliche Kosten zu vermeiden. „Jede verhinderte Steuer- oder Abgabenerhöhung, jede erfolgreiche Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft zur Fachkräftesicherung oder jede beschleunigte Straßenbaumaßnahme sind Erfolge, die engagierte Unternehmer für alle erringen“, so Eberle.

Das Ehrenamt sorge bis heute dafür, dass die IHK ihre hoheitlichen Aufgaben, zum Beispiel ganz besonders in der Berufsbildung, und ihren Auftrag als Interessenvertretung und Dienstleister der regionalen Wirtschaft orientiert an den Bedürfnissen der Wirtschaft erfüllen könne. Daneben sei das Ehrenamt ein starker Motor, wenn es um die Anliegen der Unternehmen in der Region gehe.

Die Stimme des Ehrenamts zähle in der politischen Diskussion und in der Öffentlichkeit, denn von dort kämen die Erfahrungen aus der Praxis.

Nicht immer ist es einfach, Ehrenamt undberufliche Aufgaben unter einen Hut zu bringen.

Michaela Eberle
IHK-Hauptgeschäftsführerin

122 Persönlichkeiten von den rund 2000 für die IHK ehrenamtlich Tätigen sind zehn und mehr Jahre in Vollversammlung, Fach- und Prüfungsausschüssen im Einsatz, eine ganze Reihe davon sogar in Doppelfunktion. Eberle bedankte sich für diese beeindruckende Treue und die damit demonstrierte hohe Verbundenheit zur IHK. Als äußeres Zeichen der Anerkennung wurden diese langjährigen Mitstreiter zur Förderung der regionalen Wirtschaft mit Urkunden und Ehrennadeln ausgezeichnet. Dieser Dank komme gleichermaßen vom Ehrenamt fürs Ehrenamt, denn die Auszeichnungen und Gratulationen übernahmen die beiden langjährigen Mitglieder der IHK-Vollversammlung Charlotte Helzle, Geschäftsführerin der hema electronic GmbH in Aalen und Trägerin der Wirtschaftsmedaille Baden-Württemberg, und Rudolf Stiegele, Inhaber des Derpart Reisebüros Stiegele in Schwäbisch Gmünd. Des Weiteren wurden vor großem Publikum die besten diesjährigen Absolventen der IHK-Weiterbildungslehrgänge mit Preisen und Belobigungen ausgezeichnet.

Lola Güldenberg hält den Festvortrag

Den Festvortrag hielt Lola Güldenberg, Geschäftsführerin der Firma Lola Güldenberg, Agentur für Trendforschung in Berlin. Sie sprach zum Thema „Wie viel Mensch braucht die Digitalisierung?“. Sie eröffnete neue Perspektiven bei der Betrachtung bekannter Felder in der Digitalisierung, indem sie insbesondere auf die zunehmend stärker miteinander verschmelzende Beziehung „Mensch – IT“ über das Internet der Dinge, die Technologien Virtual und Augmented Reality oder auch Sprache als das neue „Touch“ einging.

Anhand bekannter Sprachassistenten zeigte sie die vielfältigen Möglichkeiten der künftigen Anwendungsbeispiele für die digitale Anwendung und Verbindung des privaten Umfelds auf. Güldenberg als erste „Hacking“-Absolventin Deutschlands sieht dabei vor allem Umbrüche in der technischen Gestaltung und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die ohne den Menschen nur eine „sehr dumme KI“ wäre. Auch würde sie erste positive Entwicklungen in der Gesetzgebung sehen.

© Wirtschaft Regional 27.12.2019 11:39
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