Kommentar Rolf Obertreis zum Steuerausgleich für Negativzinsen

Wechsel ist kein Problem

  • Rolf Obertreis Foto: Volkmar Könneke
Negativzinsen treffen immer mehr Privatanleger. Sie verlieren, anstatt ihr Geld mehren zu können. Deshalb fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine steuerliche Entlastung für Sparer, die von negativen Zinsen betroffen sind. Das erscheint auf den ersten Blick populistisch, auf den zweiten Blick ist es nicht abwegig.

Banken und Sparkassen geben die Zinskosten weiter, die sie selbst der Europäischen Zentralbank (EZB) für Einlagen zahlen müssen – in Deutschland stellvertretend an die Bundesbank. Dieses Geld nimmt also die Bundesbank ein, und schüttet es wiederum jedes Jahr an den Finanzminister aus. Der also steckt am Ende den (Negativ-)Zins ein. Also könnte der Finanzminister das Geld auch wieder zurückgeben.

Andererseits: Sparer könnten sich auch intensiver um ihr Geld kümmern und es nicht einem Institut anvertrauen, das ihnen dafür einen Zins oder ein „Verwahrentgelt“ aufbrummt. Da es hierzulande weiter viele Banken gibt, ist der Wettbewerb heftig. Der Wechsel zu einem Institut, das wenigstens einen Minizins zahlt, ist kein Problem. Und das Geld könnte zumindest zum Teil längerfristig in Wertpapiere angelegt werden. Das ist ein Beitrag zur Altersvorsorge, der angesichts der weiter sinkenden staatlichen Rente unausweichlich ist. Das hat, wie Söder unterstellt, nichts mit Spekulation zu tun.
© Südwest Presse 22.11.2019 07:45
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