Magna: 100 Jobs in Gefahr

Automobilzulieferer Magna IHV in Bopfingen möchte 50 bis 100 Stellen in Bopfingen streichen. Jeder dritte Job ist bedroht.
  • Düstere Zeiten stehen den Beschäftigten bei Magna in Bopfingen bevor, sollte der Konzern seine Stellenstreichungspläne wahr machen. Archiv-Foto: Bernhard Hampp

Bopfingen

Der Autozulieferkonzern Magna plant, an seinem Standort Bopfingen 50 bis 100 Stellen zu streichen. Das teilte ein Konzernsprecher auf Nachfrage mit. Die Mitarbeiter sind bereits über die Pläne informiert worden. Grund dafür sei der allgemeine konjunkturelle Abschwung in der Automobilindustrie. Derzeit sind bei der Magna IHV Gesellschaft für Innenhochdruckverfahren in Bopfingen rund 300 Mitarbeiter beschäftigt.

Dabei wurde dem Standort Bopfingen allgemein Zukunftsfähigkeit bescheinigt. „An unserem Standort Bopfingen sind wir spezialisiert auf die Produktion von Achsen und warmumgeformten Karosserieprodukten für alle namhaften Automobilhersteller“, heißt es in einer früheren Stellenanzeige von Magna IHV, die online verfügbar ist. Die in Bopfingen umgeformten Blechteile werden auch für E-Fahrzeuge benötigt – und die sind auf dem Vormarsch. Dennoch laufen die Geschäfte in Bopfingen anscheinend nicht mehr gut: Zuletzt wurden dem Vernehmen nach Leiharbeiter nicht mehr weiterbeschäftigt, befristete Verträge nicht verlängert. Zeitweise sollen rund 450 Menschen im Magna-Werk Bopfingen gearbeitet haben.

Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern

„Weiterführende Details können mit Rücksicht auf die laufenden Gespräche zu diesem Zeitpunkt nicht kommuniziert werden“, heißt es schriftlich von Magna International Germany unter anderem auf die Frage, wie die Zukunft am Standort Bopfingen aussehen soll. „Das Unternehmen befindet sich in Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern“, so der Konzernsprecher.

Das würde den Standort Bopfingen stärker treffen als Gmünd der Abbau von 1000 Jobs bei Bosch.

Dr. Gunter Bühler
Bürgermeister

Auch bei der IG Metall verweist man auf den laufenden Prozess. Man müsse erst den Sachverhalt prüfen und weitere Gespräche mit der Geschäftsleitung sowie den Arbeitnehmervertretern führen, so der Zweite Bevollmächtige der IG Metall Aalen, Josef Mischko. Er betont: „Uns geht es darum, um Arbeitsplätze zu kämpfen und Perspektiven für die Beschäftigten aufzubauen.“

Weltweit beschäftigt der kanadisch-österreichische Magna-Konzern 166 000 Mitarbeiter. Er unterhält 346 Produktionsbetriebe und 92 Produktentwicklungs-, Engineering- und Vertriebszentren in 28 Ländern. In den EU-Ländern beschäftigt Magna mehr als 63 000 Mitarbeiter und unterhält 121 Niederlassungen, einschließlich des Standorts für Gesamtfahrzeugentwicklung- und -produktion im österreichischen Graz. An den deutschen Magna-Standorten arbeiten 20 750 Beschäftigte.

Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler reagiert besorgt. „Das wäre ein starker Einschnitt für Bopfingen“, sagt er über die Pläne des Konzerns: „Der Wegfall von 100 Stellen würde den Standort Bopfingen im Verhältnis stärker treffen als den Standort Schwäbisch Gmünd der Abbau von 1000 Stellen bei Bosch.“

Allgemein findet Bühler: „Die Entwicklungen bei Bosch und Magna zeigen, wie wichtig das Automobil für den Standort Deutschland ist – und wie ungut sich einige Diskussionen auswirken, die in den vergangenen Monaten geführt wurden.“ Diesel-Fahrverbote, Kritik am Verbrennungsmotor und ähnliche Debatten hätten negative Folgen.

© Wirtschaft Regional 14.11.2019 17:33
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