Telenot setzt auf Standort Essingen

Investition Erneut erweitert das Traditionsunternehmen seine regionalen Standorte. Nach einer Investition in Hammerstadt war nun das Werk II an der Reihe.
  • Links oben der neu erstellte Bau C, rechts Bau A und B des Telenot-Werks in Essingen. Foto: Telenot

Essingen

Nicht einmal zwei Jahre ist es her, dass Telenot die bislang letzte Erweiterung in Betrieb genommen hatte: In Hammerstadt entstand ein neues Bürogebäude, in dem vor allem die stark wachsende Vertriebsabteilung neuen Raum bekommen hat. Nun war es erneut soweit: Der Hersteller von Sicherheitsanlagen hat in Essingen-Forst seinen dortigen Standort massiv erweitert - und ist so für die Zukunft bestens aufgestellt. Auch wenn Peter Wunderle im Gespräch mit Wirtschaft Regional bereits mit der nächsten Vergrößerung liebäugelt. „Wir bauen einfach gern.“

Die ständigen Erweiterungen sind aber kein Selbstzweck. Mit dem „Bau C“ in Werk 2 entzerrt das Familienunternehmen nicht nur die eigene Logistik, sondern schafft am Stammsitz in Hammerstadt dringend benötigten Platz, etwa für die Elektronikabteilung. „Mit der neuen Halle können wir unsere Organisation sinnvoll umstrukturieren“, erklärt Wunderle.

In dem neuen, rund 10 000 Quadratmeter großen Bau sind Montage, Versand und das Zentrallager untergebracht. Mittelfristig könnte auch eine Lackiererei in Bau C untergebracht werden. Die baulichen Voraussetzungen mit einer Brücke zwischen den bestehenden Gebäuden sind da. Dort könnte eine entsprechende Förderanlage installiert werden. Geplant ist, mittelfristig die bewährte Zusammenarbeit mit der Firma Siedler in Wasseralfingen um eine durch die Fa. Siedler betriebene Anlage in Halle C zu erweitern.

Jahrelang ist Telenot zweistellig gewachsen

Denn nach dem extremen Wachstum der vergangenen Jahre, in denen Telenot stets im zweistelligen Prozentbereich zugelegt hatte, ist erstmal Konsolidierung angesagt. „Wir beschäftigen inzwischen 470 Mitarbeiter, dieses Wachstum zu managen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe für ein Familienunternehmen.“ Zumal die Konkurrenz nicht schläft. Das neue Gebäude soll auch hier einen Schub und einen Wettbewerbsvorteil schaffen. „Andere lassen in Rumänien oder China fertigen, wir stehen hingegen zum Standort Deutschland und Europa.“ Die Konsequenz: „Wir müssen uns deshalb so effizient wie möglich aufstellen.“

Wir stehen zum Standort Deutschland.

Peter Wunderle
Telenot

Neues ERP-System soll Telenot effizienter machen

Dabei helfen soll ein neues ERP-System, das in diesem Jahr bei Telenot eingeführt wird. „Es ist eine große Herausforderung“, sagt Wunderle. Allerdings könne man so die Zahl der Software-Insellösungen im Unternehmen reduzieren. Im Laufe der vergangenen Jahre hätten sich so rund 60 unterschiedliche Systeme und Programme angesammelt, deren Zusammenspiel nicht immer reibungslos gewesen war. „Mit dem neuen System werden wir uns in den Prozessen deutlich verbessern“, sagt Wunderle.

Unterdessen ist der vor einiger Zeit angekündigte und dann erfolgte Einstieg in den Brandmeldeanlagen-Markt geglückt. Dafür hatte sich Telenot die Unterstützung des japanischen Großkonzerns Panasonic gesichert. „Zwar ist der Markt umkämpft, wir sind aber zuversichtlich, uns schnell Marktanteile zu verschaffen“, erklärt Wunderle. Brandmeldeanlagen passen gut ins Telenot-Portfolio. „Wir haben das notwendige Know-how, um in diesem Nischenmarkt erfolgreich zu sein.“

Telenot beschäftigt in Essingen 80 Mitarbeiter

Am zweitgrößten Standort in Forst sind inzwischen rund 80 Mitarbeiter beschäftigt, davon 40 im neuen Gebäude C, die anderen 40 verteilen sich auf die Hallen A und B. Die Erstellung des Neubaus ging zügig und ohne größere Komplikationen voran. Bereits im Februar 2018 wurde mit den Bodenverbesserungsarbeiten begonnen, der offizielle Baubeginn war im April 2018, nur 13 Monate später konnten die entsprechenden Abteilungen bereits umziehen. „Wir sind mit den am Bau beteiligten Firmen sehr zufrieden und arbeiten mit vielen bereits seit einigen Jahren zusammen“, lobt Wunderle. Mit der fast 10 000 Quadratmeter neuen großen Halle C wächst das Werk II in Essingen auf nun rund 15 000 Quadratmeter.

© Wirtschaft Regional 05.11.2019 17:31
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