Gründer schaffen 3600 Jobs

IHK-Studie In den vergangenen Jahren 9000 Gewerbeanmeldungen in Ostwürttemberg – 36 Prozent der neuen Einzelunternehmen werden von Frauen gegründet.
  • Den Start-up-Report Ostwürttemberg stellten IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle, Markus Schmid, Leiter des IHK-Geschäftsfelds Gründung und Unternehmensförderung; und Katrin Mager, Referentin für standortpolitische Themen (von links), vor. Foto: IHK Ostwürttemberg

Heidenheim

Neu gegründete Unternehmen haben in den vergangenen drei Jahren insgesamt 3600 Jobs in Ostwürttemberg geschaffen. Das ist ein Ergebnis des Start-up-Reports der Industrie- und Handelskammer (IHK). Die Qualität der Gründungen sei weiter gestiegen: Damit seien auch die Überlebenschancen der jungen Unternehmen besser. Besonders beliebt ist der Dienstleistungssektor.

In Ostwürttemberg gab es im Zeitraum 2016 bis 2018 mehr als 9000 Gewerbeanmeldungen. Der Anteil der Gründungen, die im Handelsregister eingetragen werden, ist auf mittlerweile 16 Prozent gestiegen. Handelsregistergründungen gelten als substanzieller und sind häufig mit größeren Arbeitsplatzeffekten verbunden. Die Arbeitsplatzeffekte der jungen Unternehmen sind sehr positiv: Es wurden in den drei untersuchten Jahren von 2016 bis 2018 fast 3600 neue Jobs geschaffen, davon beinahe 2200 Vollzeitstellen. Ein wichtiger Indikator ist auch der Gründungssaldo, also die Differenz zwischen An- und Abmeldungen. Dieser ist weiter positiv: Um rund 150 Unternehmen nahm der Bestand in der Region zu.

Fünf Prozent sind Gründungen im Hightech-Bereich

Wissensbasierte und technologieorientierte Gründungen machen eine Anteil von fünf Prozent am Gesamtgründungsgeschehen in Ostwürttemberg aus. Fast 36 Prozent dieser Hightech-Gründungen werden im Handelsregister eingetragen. Wichtige Kennzahl ist auch die Gründungsintensität, also die Gründungen je 1000 Einwohner.

Die höchste Gründungsdynamik weist laut mit 6,1 Gründungen je 1000 Einwohner der Bereich Aalen auf, der einen Anteil von 31 Prozent an den Gewerbeanmeldungen im Untersuchungszeitraum auf sich vereint. Mit einer Gründungsintensität von 5,9 je 1000 Einwohner folgt knapp dahinter Schwäbisch Gmünd, das mit 33 Prozent auch einen etwas höheren Anteil an den Gewerbeanmeldungen besitzt. Mit etwas Abstand, einem Anteil von 27 Prozent und einer Gründungsintensität von 5,4 folgt der Landkreis Heidenheim. Mit deutlichem Abstand liegt Ellwangen mit einem Anteil von 9 Prozent und einer Gründungsintensität von 4,2 dahinter.

Jeder fünfte Gründer hat Migrationshintergrund

Besonders häufig neu gegründet wird im Dienstleistungssektor. Dessen Anteil stieg im Vergleich zur Vorgängerstudie erneut um vier Prozent auf 48 Prozent der Gründungen. Mit einem Anteil von 25 Prozent folgt danach der Handel, mit 19 Prozent sind die Industriegründungen auf einem weiterhin hohen Niveau. Wie auch in den vergangenen Jahren ist der Anteil der Gründungen im Tourismus mit nur acht Prozent gering.

Die Zahl der weiblichen Existenzgründungen unter den Einzelunternehmen in Ostwürttemberg beträgt 36 Prozent. Mehr als jede fünfte Einzelunternehmens-Gründung wird von Menschen mit Migrationshintergrund gestartet. Auch deren Anteil ist im Vergleich zur Vorgängerstudie stabil. Das Einzelunternehmen bleibt mit einem Anteil von 84 Prozent beliebteste Rechtsform.

Der Start-up-Report Ostwürttemberg kann kostenfrei bestellt werden: Brigitte Hergesell, E-Mail hergesell@ostwuerttemberg.ihk.de, Telefon 07321 324-175.

© Wirtschaft Regional 30.10.2019 20:45
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