Grund für Kündigung völlig unklar

Ein Leiharbeiter bei BMW verliert seinen Job. Er sagt, weil er gegen rassistische Äußerungen vorgegangen sei.
Das bayerische Landesarbeitsgericht muss über die Rechtmäßigkeit der Kündigung eines sächsischen Leiharbeiters entscheiden, der bei BMW in München gearbeitet hat. Der Mann sagt, ihm sei gekündigt worden, weil er rassistische Äußerungen eines festangestellten Kollegen dem Betriebsrat gemeldet habe.

Das Arbeitsgericht München hatte dem Mann im März bereits Recht gegeben. Damals hatte die Leiharbeitsfirma Brunel nur bestritten, dass der Protest des Leiharbeiters der Grund für die Kündigung gewesen sei. Weil sie jetzt bestreitet, dass es die rassistischen Äußerungen überhaupt gegeben hat, wird der Fall neu aufgerollt.

Gütliche Einigung abgelehnt

„Eines brauchen wir auf jeden Fall: die Einvernahme von Zeugen“, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Karrasch. „Die eine Seite sagt schwarz, die andere weiß.“ Die Wahrheit könne man „im Moment überhaupt nicht prognostizieren.“

BMW ist in dem Verfahren nicht beteiligt, hat aber mitgeteilt, eine interne Untersuchung habe die rassistischen Äußerungen nicht bestätigen können. Für das Gericht hat diese Untersuchung aber keine Bedeutung. Den Vorschlag des Richters, sich gütlich zu einigen, lehnte der Leiharbeiter rundweg ab. dpa
© Südwest Presse 30.10.2019 07:46
123 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?