Zeiss Meditec hat sich verkalkuliert

Bilanz Der Gewinn fiel 2018/19 geringer aus als erwartet. Grund sind höhere Kosten. Die Aktie bricht daraufhin ein.

Oberkochen/Jena. Seit Jahren marschiert die Carl Zeiss Meditec von Rekord zu Rekord, der Aktienkurs hat sich in den vergangenen drei Jahren um 300 Prozent erhöht. Dämpfer gab es keine – bis jetzt. Wie das Unternehmen mitteilt, habe man im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 eine niedrigere operative Umsatzrendite erreicht als noch vor kurzem angekündigt.

So lag die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) im vergangenen Geschäftsjahr „nach neuen, heute bekanntgewordenen Erkenntnissen“ bei 18,1 Prozent. Anfang Oktober hatte das Management bei der Vorlage vorläufiger Zahlen noch erklärt, das Unternehmen rechne damit, die Prognose einer Marge von 15 bis 17,5 (Vorjahr: 15,4) Prozent sowie die aktuellen Markterwartungen von rund 18,5 Prozent „deutlich zu übertreffen“. Einer der Gründe für den geringeren Gewinn von immerhin noch 264 Millionen Euro (plus 33 Prozent) seien operative Kosten im vierten Quartal 2018/19 gewesen, die höher als zunächst angenommen waren und die unter anderem durch bereits angekündigte höhere Investitionen in den Bereichen Chirurgische Ophthalmologie und Digitalisierung angefallen seien.

Der Aktienkurs sackte zwischenzeitlich um 10,6 Prozent auf 90,75 Euro ab. Damit war das Papier am Mittwoch im MDAX der größte Verlierer.

© Wirtschaft Regional 23.10.2019 19:00
704 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?