Handwerk fordert billigere Tickets

ÖPNV Handwerkskammer Ulm möchte eine Gleichstellung von Meisterstudenten und akademischen Studierenden.
  • Meisterstudenten bezahlen das Doppelte für Busse und Bahnen im öffentlichen Personennahverkehr. Foto: HWK

Ulm. Meisterstudenten profitieren im Gegensatz zu akademischen Studenten nicht vom vergünstigten Ticket im öffentlichen Nahverkehr, weil sie als Weiterbildungsteilnehmer gelten. Darauf weist die Handwerkskammer Ulm hin und fordert Nachbesserungen.

„Bildung darf nicht am Geld scheitern. Es ist doch ungerecht, wenn ein akademischer Student mit seinem Freund, dem Meisterstudent, im Bus sitzt, beide bilden sich, aber beide zahlen unterschiedliche Preise auf dem Weg zu ihren Bildungseinrichtungen. Meisterstudenten bezahlen fast überall das Doppelte“, sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm.

Knapp 600 Meisterabsolventen pro Jahr besuchen überwiegend in Vollzeitausbildung 15 Meisterschulstandorte im Gebiet der Handwerkskammer Ulm.

Ein Meisterstudium koste den Absolventen und Handwerkern für Kurs- und Prüfungsgebühren durchschnittlich 10 000 Euro, wogegen Studienkosten, die Studierende selbst tragen müssen, nur rund ein Zehntel pro Jahr davon betragen würden.

Neben der geplanten Erhöhung des BAföG für Meister auf Bundesebene fordert die Handwerkskammer die Anpassung der regionalen ÖPNV-Tarife ein Schritt in Richtung Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung. Denn die Meisterausbildung entspreche dem Niveau 6 nach Deutschem/ Europäischem Qualifikationsrahmen und sei damit gleichwertig zum Bachelor.

Mit Ostalb Mobil zahle ein Student 216 Euro, ein Meisterstudent 556 Euro. Im Heidenheimer Tarifverbund zahlten Studenten rund 500 Euro, ein Meisterstudent 667 Euro, so die Handwerkskammer.

© Wirtschaft Regional 30.09.2019 18:19
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