Deutschland investiert am meisten

Kein Land in Europa steckt so viele Milliarden in Erneuerbare. Das sei noch nicht genug, sagt ein Experte.
Weltweit sind die Investitionen in Solar-, Wind- und kleinere Wasserkraftwerke 2018 gegenüber dem Vorjahr zwar um 12 Prozent auf knapp 273 Mrd. Dollar (247 Mrd. EUR) gesunken, trotzdem ist mit rund 167 Gigawatt (GW) mehr sauber gewonnener Strom ans Netz gegangen als je zuvor. Dies zeigt der Bericht über weltweite Investitionstrends in Erneuerbare Energien. Danach sind in den vergangenen zehn Jahren 2,5 Billionen Dollar in Erneuerbare investiert worden, davon 197 Mrd. Dollar in Deutschland. Kein Land in Europa hat dafür mehr ausgegeben.

Trotzdem reiche das nicht aus noch nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen, sagt Professor Ulf Moslener, Mitherausgeber des Berichts und Leiter des UNEP-Zentrums für Klima und nachhaltige Energie-Finanzierung an der Frankfurt School of Finance.

Man habe sich vor zehn Jahren kaum vorstellen können, dass Photovoltaik heute eine so starke Rolle spielt. Die Kosten dafür seien seit 2009 um 80 Prozent gefallen. „Damit ist die Wettbewerbsfähigkeit dramatisch gestiegen.“

Demnach erzeugten Kraftwerke auf Basis von Sonne und Wind und kleinere Wasserkraftwerke 2017 fast 13 Prozent des Stroms. In Deutschland wurde der Stromverbrauch 2018 zu 38 Prozent aus Erneuerbaren gedeckt, im ersten Halbjahr 2019 ist er auf 44 Prozent gestiegen. otr
© Südwest Presse 10.09.2019 07:45
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