Varta will hoch hinaus

Investition Der Batterienhersteller investiert weitere 130 Millionen Euro in den Ausbau. Davon profitieren Nördlingen und der Stammsitz Ellwangen.
  • An den Standorten Ellwangen und Nördlingen will Batteriehersteller Varta die Kapazitäten weiter ausbauen. Foto: Peter Herzig

Ellwangen

Erst vor wenigen Wochen hat die Varta AG bekannt gegeben, dass sie 2019 mehr Umsatz und Gewinn erzielen wird als prognostiziert. Nun kündigt das Unternehmen an, die Produktionskapazitäten stärker ausbauen zu wollen als bislang bekannt. Bis zum Jahr 2022 will Varta die Produktionskapazitäten bei den Lithium-Ionen Batterien auf mehr als 150 Millionen Zellen jährlich erweitern.

Nachdem die Erwartungen schon Anfang Juni auf mehr als 100 Millionen Zellen jährlich zum Jahresende 2020 angehoben wurden, plant die Gesellschaft jetzt also einen weiteren Ausbau. Hintergrund sei die ungebrochen hohe Kundennachfrage in einem Markt, der jährlich über 30 Prozent wachse, so das Unternehmen. Man profitiere am stärksten von dem technologischen Wandel von den zylindrischen Batteriezellen hin zu Batterien im Knopfzellen-Format, heißt es weiter. Varta will so im Jahr 2020 eine weltweit marktführende Position mit Lithium-Ionen-Zellen mit einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent anstreben.

„Wir stehen am Anfang eines großen Booms bei den Lithium-Ionen Batterien für kabellose Premium-Kopfhörer, von dem wir am stärksten profitieren“, erklärt Vorstandschef Herbert Schein. Varta habe sich einzigartige Wettbewerbsvorteile erarbeitet und wachse weiter deutlich schneller als der Markt. „Daher erhöhen wir unsere Produktionskapazitäten nochmals massiv.“

Wir stehen am Anfang eines großen Booms.

Herbert Schein
Vorstandschef Varta AG

Das kostet natürlich Geld. Zusätzlich zu den bislang angekündigten Millioneninvestitionen wird Varta nochmals rund 130 Millionen Euro investieren. Das bringt Kapazitäten für weitere 50 Millionen Zellen pro Jahr. Das Investitionsvolumen soll aus der operativen Geschäftstätigkeit finanziert werden. Zudem kalkuliert Varta mit weiteren Kundenanzahlungen. Darüber hinaus stehe dem Konzern eine „revolvierende Kreditlinie“ über 80 Millionen Euro zur Verfügung. Darunter versteht man im Bankenwesen Kredite, die vom Kreditnehmer bis zur Höhe einer Kreditlinie innerhalb der Laufzeit in wechselnder Höhe wiederholt in Anspruch genommen werden können, auch wenn die Kredite zwischenzeitlich ganz oder teilweise getilgt wurden.

„Wir verzeichnen einen enorm hohen und stetig wachsenden Auftragsbestand“, so Finanzchef Steffen Munz. Die kurz- und mittelfristige Nachfrage nach Lithium-Ionen Batterien sei gut planbar. „Mit dem erneuten Ausbau der Produktionskapazität werden wir das hohe Wachstumstempo weiter beibehalten.“

Die Investitionen werden größtenteils an den beiden Hauptproduktionsstandorten für Lithium-Ionen Batterien in Deutschland vollzogen. Am Standort Ellwangen wird neben der Lithium-Ionen-Zellenproduktion die Elektrodenproduktion massiv erweitert. Am Standort Nördlingen wird die Lithium-Ionen-Zellenproduktion durch einen Neubau ausgebaut, der an die bestehende Produktion angrenzt. Mit der Umsetzung der Kapazitätserweiterung wird noch im dritten Quartal in diesem Jahr begonnen.

© Wirtschaft Regional 03.09.2019 12:17
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