Deutlich mehr Arbeitslose

Statistik 8420 Menschen in Ostwürttemberg waren im August ohne Arbeit – 448 mehr als noch im August 2018. Anstieg in Aalen und Schwäbisch Gmünd.
  • Die Zeitreihe der Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Aalen zeigt: In den Sommermonaten steigen die Arbeitslosenzahlen an. Ob die Quote wieder auf 2,8 Prozent sinkt – wie im November 2018 – bleibt abzuwarten. Quelle: Arbeitsagentur.

Aalen

Überraschend stark ist die Arbeitslosigkeit in der Region im August gestiegen. Laut den aktuellen Zahlen der Arbeitsagentur Aalen sind in Ostwürttemberg zurzeit 8420 Menschen ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,4 Prozent. Das sind 730 Arbeitslose mehr als noch im Juli, als die Quote bei 3,1 Prozent lag.

„Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im August ist zwar ein normaler Prozess“, so Elmar Zillert, Chef der Aalener Arbeitsagentur, „doch die Steigerung gegenüber dem Vormonat fiel mit 9,5 Prozent deutlich stärker aus als in einem August der letzten sechs Jahre.“ Ostwürttemberg hat im August auch gegenüber dem Land an Boden verloren. Hier stieg die Arbeitslosigkeit um 8,1 Prozent an und die Quote erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf aktuell 3,3 Prozent.

Besonders deutlich wird der Anstieg aber, wenn die Lage vor einem Jahr – im August 2018 – betrachtet wird: Damals waren 7972 Personen in Ostwürttemberg arbeitslos gemeldet, die Quote betrug 3,2 Prozent. Recht unterschiedlich hat sich dabei der Arbeitsmarkt in den einzelnen Gebieten entwickelt: Besonders hart getroffen hat es den Raum Aalen. Hier stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen um 12,1 Prozent, also 195 Personen, gegenüber dem Juli an. Die Arbeitslosenquote beträgt hier nun 2,9 Prozent.

In Schwäbisch Gmünd war ein Anstieg von 8,7 Prozent oder 219 Arbeitslosen gegenüber dem Juli zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit in Schwäbisch Gmünd um 0,3 Prozentpunkte auf nun 3,6 Prozent (3,4 Prozent im August 2018).

Kaum gestiegen ist dagegen die Zahl der Arbeitslosen in Bopfingen. Die Quote liegt hier bei 2,8 Prozent und damit sogar noch unter dem Wert vom August 2018. Auch im Ellwanger Raum blieb die Arbeitslosigkeit nahezu konstant. Hier liegt die Quote bei 1,8 Prozent.

Wir erwarten in den nächsten Wochen einen Rückgang bei den jungen Arbeitslosen.

Elmar Zillert
Agentur für Arbeit

Weniger Interessenten für Lehrstellen

Am stärksten war diesmal der Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Gruppe der Unter-25-Jährigen. „Wie in jedem Jahr erwarten wir aber in den nächsten Wochen bei diesem Personenkreis wieder einen deutlichen Rückgang“, zeigt sich Elmar Zillert zuversichtlich: „Denn viele junge Menschen, die nach einer Ausbildung oder Schulbesuch nicht direkt in eine Anschlussbeschäftigung übergegangen sind, werden nach der Ferien- und Urlaubszeit in eine Arbeit, Ausbildung oder Studium einmünden und dadurch ihre Arbeitslosigkeit beenden.“

Doch der aktuelle Arbeitsmarkt biete auch Positives, so Zillert. So sei es erfreulich, dass zum Stichtag die Zahl der Langzeitarbeitslosen nur geringfügig um 32 Personen oder 1,7 Prozent angestiegen sei: „Vor einem Jahr hatten wir noch knapp zwölf Prozent mehr Langzeitarbeitslose zu verzeichnen als im Augenblick.“

Völlig gegensätzlich zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit präsentiere sich allerdings der regionale Ausbildungsmarkt. Im Beratungsjahr haben sich bisher in der Berufsberatung 2798 Jugendliche als Bewerber um eine Ausbildungsstelle registrieren lassen. Das sind 165 beziehungsweise 5,6 Prozent weniger Lehrstelleninteressenten als noch im Vorjahr.

© Wirtschaft Regional 29.08.2019 10:33
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