Lindenfarb-Rettung rückt immer näher

Insolvenz Beim Textilveredler einigen sich die Gläubiger auf den Insolvenzplan. Der Übernahme steht kaum etwas entgegen.
  • Sitz von Lindenfarb in Unterkochen. Archiv-Foto: opo

Aalen. Bei der Sanierung des insolventen Textilveredlers Lindenfarb ist eine weitere wichtige Hürde übersprungen. Am Donnerstag haben alle 303 Gläubiger des Unternehmens dem Insolvenzplan zugestimmt. Damit sind die Weichen für einen Neustart des Textilveredlers aus Aalen-Unterkochen gestellt. Das Unternehmen kann nun von einem neuen Investor übernommen werden.

Um wen es sich dabei handelt, ist aktuell noch nicht klar. Es soll sich aber um einen Kunden der Lindenfarb aus Baden-Württemberg handeln. Alle noch bestehenden 220 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Vor der Insolvenz beschäftigte das Unternehmen mehr als 320 Mitarbeiter, musste aber wegen des ausgebliebenen Insolvenzgelds rund 100 Menschen kündigen.

„Trotz widriger Umstände zu Beginn des Verfahrens ist es uns gelungen, den Geschäftsbetrieb des Unternehmens zu stabilisieren. Wir konnten die Kunden überzeugen, Lindenfarb weiter zu beauftragen und zu unterstützen“, freut sich Sanierungsgeschäftsführer Detlef Specovius von Schultze & Braun.

Wenn keiner der Beteiligten nun Rechtsmittel einlegt, kann das Verfahren in Kürze, nach rund fünf Monaten Laufzeit, abgeschlossen werden. Lindenfarb musste wegen heftiger Umsatz- und Absatzeinbrüche infolge der Automobilkrise im März Insolvenz anmelden.

Der Fachanwalt für Insolvenzrecht Detlef Specovius wurde daraufhin erneut zum Geschäftsführer berufen. Dieses Amt hatte er bereits bei der vorvergangenen Lindenfarb-Insolvenz inne. Das Amtsgericht Aalen bestellte zudem für das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung Rechtsanwalt Dr. Tibor Braun von Illig Braun Kirschnek zum Sachwalter.

© Wirtschaft Regional 08.08.2019 12:10
960 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?