Isimat: Wachstum dank Innovation

Sondermaschinenbau Konjunkturdelle? Nicht bei Isimat. Das Ellwanger Unternehmen wächst, sucht neue Mitarbeiter - und profitiert als Maschinenbauer von einem besonderen Kosmetiktrend.
  • Bastian Ernst (links) und Torsten Hirschnitz vor der neuen Hochleistungsdruckmaschine von Isimat. Foto: Isimat

Ellwangen

Die „K“ wirft ihre Schatten voraus. Im Oktober findet in Düsseldorf die weltweit bedeutendste Messe der Kunststoffbranche statt – auch in Ellwangen freut man sich bereits darauf. Denn der Sondermaschinenbauer Isimat ist mit zwei Innovationen bei der „K“ vertreten. „Wir werden dort zwei neue Technologien, darunter den Indirekten Digital Druck, präsentieren“, erklärt Bastian Ernst, Finanzchef bei den Ellwangern. Bereits bei der Glasstec im vergangenen Jahr hatte Isimat eine komplett neue Hochleistungsdruckmaschine, die I-Serie, präsentiert.

Mit den Maschinen von Isimat werden komplex geformte Glas- und Kunststoffverpackungen bedruckt, also etwa Flaschen mit hochwertigen Spirituosen oder Verpackungen der Kosmetikindustrie. Für die neue Maschine holte man sich Ellwangen sogar Unterstützung bei dem renommierten und mit mehreren Preisen ausgezeichneten Stuttgarter Designbüro Phoenix Design. „So ist ein komplett neues Maschinendesign entstanden. Die Designer haben sehr gute Arbeit geleistet“, zeigt sich Ernst mit dem Ergebnis zufrieden. Allerdings sei das gute Aussehen kein Selbstzweck. „Im Zuge der Konzeption gab es einige Workshops mit Kunden, die uns über ihre Anforderungen an die neue Maschinengeneration berichtet haben“, so Ernst.

Influencer verändern Kosmetikmarkt massiv

Seit rund zwei Jahren gehört das Unternehmen zur Kurz-Gruppe mit Sitz in Fürth, die weltweit rund 5000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Bilanz fällt positiv aus, sagt Ernst. „Wir profitieren vom Netzwerk und Know-how“, sagt er. Bei der „K“ ist überdies der Stand von Isimat in jenen rund 400 Quadratmeter großen der Kurz-Gruppe integriert. Auf der anderen Seite hat man sich bei Kurz mit Isimat einen echten Hidden Champion ins Haus geholt, der aktuell weiterwächst.

Von einer Konjunkturdelle ist am Stammsitz in Ellwangen nichts zu spüren. Im Gegenteil: „Wir wachsen und sind ständig auf der Suche nach neuen Mitarbeitern“, sagt Ernst. Der Grund ist simpel: Mit den Maschinen von Isimat werden Verpackungen von Konsumgütern, etwa Spirituosen, Haargel oder Cremes, bedruckt. Branchen also, die weniger anfällig für Konjunkturausschläge nach unten sind. „Zu unseren Kunden gehören Verpackungshersteller, die ihrerseits Zulieferer für große Lebensmittel-, Kosmetik- oder Pharmafirmen sind“, erklärt Ernst. Und gerade in der Kosmetikindustrie gibt es einen Trend, der Isimat zum einen in die Karten spielt - und zum anderen Anlass für eine weitere Innovation aus Ellwangen ist.

Wir suchen Fachkräfte in verschiedenen Bereichen.

Bastian Ernst
Finanzchef Isimat

„Der Kosmetikmarkt ist aktuell kräftig in Bewegung“, so Ernst. Früher investieren die Firmen viele Millionen Euro in Kampagnen in TV, Radio und Magazinen, um ein neues Produkt oder eine neue Linie im Markt einzuführen. Heute läuft das anders. So spielen die sogenannten Influencer mit ihren Social-Web-Präsenzen bei Facebook, Instagram oder Snapchat eine wichtige Rolle: Sie bekommen von den Firmen die neuen Produkte zugeschickt – ihr Urteil entscheidet dann über die Zukunft.

Was das für Isimat bedeutet? Ganz einfach: Die Stückzahlen sinken, in Serie gehen die neue Cremes, Gels und so weiter nämlich erst, wenn die Influencer ihre Daumen heben. Das steigert die Zahl der produzierten Artikel, aber nicht deren Menge. Entsprechend wird der flexiblere Digitaldruck für die Hersteller der Verpackungen attraktiver.

Isimat hat sich sein in Kooperation mit Kurz neu entwickeltes Digitaldruckverfahren patentieren lassen. Bei der sogenannten „Indirect Digital Decoration“unterscheidet sich Isimat etwa in einem entscheidenden Punkt vom Wettbewerb: Qualität. Denn dieses Dekorationsverfahren ist im Markt einzigartig und unerreicht in Qualität und Effizienz. Isimat erreicht dies mit einer Kombination aus bereits bewährten und neuen Drucktechnologien. Die Vorteile sind daher hohe Prozesssicherheit, einfaches Handling und Flexibilität.

1955 gegründet, konzentriert sich Isimat seit 1995 auf die Entwicklung und Herstellung von Druckmaschinen zur Bedruckung von Tuben, Gläsern und Kunststoff-Artikeln. Am Standort in Ellwangen arbeiten inzwischen 80 Menschen für das Unternehmen. Diese Zahl soll weiter steigen. „Wir suchen Fachkräfte in verschiedenen Bereichen“, erklärt Ernst.

© Wirtschaft Regional 05.08.2019 20:41
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