Der Karriere ein Gesicht geben

Berufsberatung Reich Thermoprozesstechnik und Jaiser Blechbearbeitung arbeiten mit der Hochschule Aalen, der Agentur für Arbeit und der Technischen Schule Aalen zusammen: ein gelungenes Projekt.
  • Zur Berufsberatung waren angehende Abiturienten/innen der Technischen Schule Aalen am Mittwoch zu Gast in Schechingen bei den Firmen Reich Thermoprozesstechnik und Jaiser Blechbearbeitung. Fünfter von links Reich-Geschäftsführer Steffen Jaiser. Foto: -wh-

Schechingen

Berufsberatung mal nicht bei einem Konzern, sondern bei einem weniger im medialen Blickpunkt stehenden Hidden Champion auf dem „flachen Land“ – aber gerade deshalb so interessant und informativ. Unter dem Motto „KarriereBekommtEinGesicht“ besuchten am Mittwoch Schülerinnen und Schüler der Technischen Schule Aalen die Firmen Reich Thermoprozesstechnik GmbH und E. F. Jaiser Blechbearbeitung in Schechingen. Mit dabei im Beratungsteam war die Hochschule Aalen und die Agentur für Arbeit.

„Das war eine runde Sache, wir konnten nützliche Impulse für unsere Berufs- oder Studienwahl mitnehmen“, waren sich die angehenden Abiturienten einig. Reich-Geschäftsführer Steffen Jaiser begrüßte die Gäste im modernen Büro- und Produktionsgebäude in Schechingen, die ab Oktober erneut erweitert werden, und stellte „Deutschlands ältesten Name im Bereich der Thermoprozessanlagen sowie das Partner-Unternehmen Jaiser Blechbearbeitung vor.

Über die aktuelle Situation in den Berufsbildern informierte Markus Zeller von der Agentur für Arbeit: Eine solide Ausbildung, Interesse für Technik, Bereitschaft zum lebenslangen Lernen und eine positive Einstellung gegenüber den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung seien Voraussetzungen für eine erfolgreiche Berufslaufbahn. Isabel Sandel erläuterte das breite Angebot an Studiengängen der Hochschule Aalen.

Sehr gelungen war die Präsentation der gastgebenden Unternehmen – da wurde viel Überlegung und Hineindenken in die Bedürfnisse der jungen Gäste investiert.

Gelungene Präsentation

Geschäftsführer Steffen Jaiser, die kaufmännische Leiterin Kristin Riedrich und die Mitarbeiter/innen, Thilo Dobsch, Stefanie Fürst, Johannes Layer, Dr. Stefan Irmscher, Julia Gaar und Alexander Jockel gaben bereitwillig Auskunft: Über über ihr Betätigungsfeld, ihren Werdegang, über besondere Erlebnisse, oder ob sich ihre Erwartungen mit der Realität decken.

Steffen Jaiser, Dr. Stefan Irmscher und Kristin Riedrich führten die Schüler/innen durch die Produktion und zeigten die Karriereperspektiven bei beiden Unternehmen auf – als Fleischtechnologe, Service-Techniker, Elektriker, Mechatroniker, Industriemechaniker, Maschinenbauer, Produktdesigner oder Schweißer, Blechschlosser, Konstruktionsmechaniker und Arbeitsvorbereiter.

Reich Thermoprozesstechnik

Reich entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Systeme von Universal-, Klimareife-, Koch-, Küchen-, Back- und Trocknungsanlagen sowie Raucherzeugersysteme und Zubehör in höchster Qualität zur individuellen Veredelung von Fleisch, Wurst, Fisch, Geflügel, Käse und anderem Lebensmitteln. Seit der Gründung durch Karl Reich 1893 in Stuttgart hat sich das Unternehmen über vier Generationen von einem regionalen Kesselhersteller zu einem global agierenden Spezialisten für Klima- und Räuchersysteme entwickelt. Im Zweiten Weltkrieg war die Produktion eingestellt. 1948 nahmen sie Gebrüder Reich wieder auf. In den 1970er-Jahren wurde der Firmensitz nach Urbach verlegt, 2013 zog Reich nach Schechingen um – in Nachbarschaft zu Jaiser Blechbearbeitung.

Geschäftsführer von Reich sind Wirtschaftsingenieur Steffen Jaiser und Dipl.-Maschinenbautechniker Tobias Layer, die beide 2001 das Abitur am Hans-Baldung-Gymnasium in Schwäbisch Gmünd machten.

Reich beschäftigt in Schechingen rund 70 Mitarbeiter, in den Vertriebs- und Servicegesellschaften in St. Petersburg 13 und in Valencia vier. Der Umsatz wurde in den letzten sechs Jahren verdreifacht – auf 14,1 Millionen Euro im Geschäftsjahr 21018/19, das am 30. Juni endete. Reich fertigt alle Anlagen in Schechingen. Für stark beanspruchten Teile wie Motoren, Ventilator-Laufräder, Ventile oder Zylinder werden ausschließlich hochwertige Fabrikate deutscher Markenhersteller verwendet.

E. F. Jaiser Blechbearbeitung

Seit der Gründung 1981 in Schorndorf durch Inhaber Erwin Fritz Jaiser, dem Vater von Steffen Jaiser, ist die Firma Spezialist in der Edelstahl- und Normalstahlverarbeitung. 1991 erfolgte der Umzug nach Schechingen. Rund 99 Prozent des Umsatzes erwirtschafte die 33 Beschäftigten von Jaiser mit Reich.

© Wirtschaft Regional 24.07.2019 21:00
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