Lindenfarb: Rettung ist in Sichtweite

Insolvenz Für den angeschlagenen Textilveredler zeichnet sich eine Lösung ab. Investorensuche „auf der Zielgeraden“.
  • Der Standort von Lindenfarb in Unterkochen. Archiv-Foto: opo

Aalen. Der insolvente Textilveredler steht kurz vor der Übernahme durch einen Investor. Wie Lindenfarb-Geschäftsführer Detlef Specovius von Schultze & Braun erklärt, befindet sich der Investorenprozess auf der Zielgeraden. „Ich bin zuversichtlich, dass wir schon in den kommenden Wochen Einigung mit den potentiellen Übernehmern erzielen können“, sagt Specovius, der in den vergangenen Monaten zum zweiten Mal an der Rettung des Unternehmens arbeitet.

Im Zuge der Sanierung musste der Sanierer rund 100 Arbeitsplätze abbauen, nachdem die Arbeitsagentur das eingeplante Insolvenzgeld verweigert hatte. Seither habe man zudem ein „umfangreiches Maßnahmenpaket zur leistungs- und finanzwirtschaftlichen Sanierung des Unternehmens erarbeitet“, das man nun umsetze. „Dazu zählen Verbesserungen im Produktionsablauf und in der Organisation des Unternehmens sowie die Anpassung der Produktionskapazitäten“, berichtet Specovius. Damit ermögliche man es potentiellen Erwerbern, „ein grundlegend neu aufgestelltes und auf die aktuellen Marktgegebenheiten zugeschnittenes Unternehmen zu übernehmen.“

Die Sanierung selbst soll dann im Herbst mit dem Insolvenzplan abgeschlossen werden. „Die Arbeiten am Insolvenzplan sind weit vorangeschritten. Die Ausgestaltung hängt allerdings sehr stark von den genauen Übernahmemodalitäten ab“, erläutert Sachwalter Tibor Braun.

Nach einer erfolgreichen Sanierung könnten im Herbst dann immerhin mehr als 200 Arbeitsplätze gesichert sein. Bei der Insolvenz beschäftigte Lindenfarb noch 325 Menschen. Specovius lobt zudem die anfangs kritisierte Arbeitsagentur. „Umso mehr freut es mich, dass die Agentur für Arbeit den betroffenen Arbeitnehmern Qualifizierungsmaßnahmen angeboten hat, über die sie sich weiterbilden und bis ins Jahr 2021 hinein absichern können“, sagt der Anwalt.

© Wirtschaft Regional 09.07.2019 16:16
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