Gießerei-Forschung vorgestellt

Hochschule Beim Gießerei-Kolloquium stehen spannende Vorträge im Vordergrund. Der neue Computertomograf im Labor wurde präsentiert.
  • Die Referenten des Gießereikolloquiums 2019 hielten an zwei Tagen spannende Vorträge an der Hochschule Aalen. Foto: Hochschule Aalen/GTA Aalen

Aalen

Zum diesjährigen, zweitägigen Aalener Gießerei-Kolloquium hat Prof. Dr. Lothar Kallien mehr als 160 Vertreter der Gießereibranche und interessierte Studierende in der Hochschule Aalen begrüßt. Er präsentierte den neuen Computertomografen des Gießereilabors, der über DFG-, Landes- und Hochschulmittel beschafft wurde. Kallien bedankte sich bei der Richard-Ritter-Stiftung für einen neuen Elektro-Gabelstapler. Der alte hatte nach mehr als 25 Jahren ausgedient.

Er dankte zudem der Firma Frech, die dem Gießereilabor eine neue 125-Tonnen-Warmkammerdruckgießmaschine gestiftet hat, die im Februar dieses Jahres in Betrieb ging.

Neue Antriebstechnologien unter der Lupe

Die Vortragsreihe begann Jürgen Lamparter von der Firma Frech zum Thema „Neue Antriebskonzepte im Automotive-Bereich: Einfluss der Teilestruktur auf den Aluminium Druckguss“. Darin analysierte er Risiken und Chancen neuer Antriebstechnologien für die Gießereiindustrie. Dr. Heinrich Fuchs von der Firma Martinrea-Honsel Germany GmbH referierte über „Bauteil- und Prozessentwicklung zur hocheffizienten Fertigung von Großseriendruckgussmotorblöcken“. Durch den Wechsel der Fertigung von Motorblöcken vom Eisensandguss zum Aluminiumdruckguss seien Zykluszeit und Kosten verringert worden. Über das Thema „Methodische Produkt- und Prozessentwicklung im Druckguss mit Autonomes Engineering“ sprach Dr. Jörg C. Sturm von der Firma MAGMA Gießereitechnologie GmbH. Den Vortrag „Gegossene Bauteile für den Leichtbau im Fahrzeug aus Aluminiumwerkstoffen“ teilten sich Dr. Achim Keidies und Bolko von Bartenwerffer von der Firma Franken Guss. Als Anwendungsbeispiel sah man einen ursprünglich im Eisenguss gefertigten Vorderfederbock, der unter Einsparung von 16 Kilogramm Gewicht durch Aluminium im Poralguss-Verfahren ersetzt werden konnte. Jörg Beck von der Firma AWEBA Werkzeugbau in Aue erläuterte das Thema „Dreiplattentechnologie“. Er beschrieb die Konstruktion des komplexen Werkzeugs. Der traditionelle Gießer-Abend bildete den Ausklang.

Tobias Rennings startete die Vortragsreihe des zweiten Tags mit einem Überblick der „Aktivitäten im Bereich Technik, NE-Metallguss und Digitalisierung“. Besondere Aufmerksamkeit widmete er dem Arbeitskreis Gießerei 4.0. Georg Zwick von der voestalpine High Performance Metals Deutschland GmbH ging auf das Thema 3D-Druck von Werkzeugeinsätzen ein.

Hochschulangehörige präsentieren Projekte

Dr. Andreas Kleine von der Firma TRIMET Automotive GmbH beleuchtete die Legierungsentwicklung von Aluminium für Strukturbauteile im 3D-Druck und Druckguss. Verbesserte Bauteileigenschaften durch optimierte Prozess- und Schmelztechnologie für Standard- und Sonderlegierungen stellte René Wagner von der ALUWAG AG aus der Schweiz vor. Um das Thema „Innovativer Leichtbau mit Zinkdruckguss“ ging es im Vortrag von Dr. Didier Rollez, Grillo-Werke AG.

Von der Hochschule Aalen präsentierten Axel Kansy und Alexander Pfund die neusten Erkenntnisse zum Projekt „Einfluss von Herstellungs- und Beschichtungsprozessen bei der Galvanisierung von Zinkdruckguss“. Marcel Becker gab einen Überblick über die aktuelle Forschung zum Thema Salzkerne im Druckguss. Der Vortrag von Daniel Schwarz behandelte Multimaterialverbunde für den hybriden Leichtbau. Das Projekt ist Teil des Aalener Kooperationsnetzwerks „SmartPro“, in dem zu Themen rund um Elektromobilität und Leichtbau geforscht wird. Beendet wurde die Vortragsreihe von Thomas Weidler. Er stellte das „Projekt MagWeb – gewebeverstärkter Magnesiumdruckguss“ vor. Ziel des neuen Vorhabens ist es, Magnesiumbauteile durch den Einsatz von unterschiedlichen, beschichteten Glasfasergeweben zu verstärken.

© Wirtschaft Regional 08.07.2019 19:50
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